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162.000 freie Ausbildungsplätze: Der Markt schrumpft, aber er ist noch offen

Schwarzes Brett mit Stellenangeboten für Ausbildungsplätze in einer deutschen Stadt
Foto: Unsplash
437.000
Ausbildungsplätze seit Beginn des Zyklus gemeldet (Juli 2026)
35.000 weniger
als im Vorjahr: Betriebe gehen vorsichtiger an den Markt
162.000
Stellen noch unbesetzt: Die Saison ist noch nicht vorbei
147.000
Bewerberinnen und Bewerber noch ohne Platz oder Alternative
Das Wichtigste in Kürze
  • Arbeitgeber haben seit Beginn des Ausbildungszyklus 437.000 Plätze gemeldet. Das sind 35.000 weniger als im Vorjahr. Vorsicht der Betriebe, keine Krise.
  • Noch 162.000 Stellen sind unbesetzt, gleichzeitig suchen 147.000 Bewerberinnen und Bewerber einen Platz oder eine Alternative. Das Matching funktioniert nicht gut.
  • Ukrainer mit Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG dürfen in Deutschland eine Ausbildung machen und danach zu §16a oder §18a wechseln.
  • Juli und August sind noch aktive Bewerbungsmonate. Initiativbewerbungen, weniger gefragte Berufe und regionale IHK oder HWK erhöhen die Chancen.

Laut Bundesagentur für Arbeit vom Juli 2026 haben Arbeitgeber seit Beginn des Ausbildungszyklus 437.000 Ausbildungsplätze gemeldet. Das sind 35.000 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig sind noch 162.000 Stellen unbesetzt, und 147.000 Bewerberinnen und Bewerber haben bisher weder einen Platz noch eine Alternative gefunden.

Plätze gibt es. Bewerber auch. Aber sie finden nicht zueinander.

Was gerade passiert: Der Markt ist da, aber er ist kleiner geworden

Minus 35.000 Plätze innerhalb eines Jahres. Ein Signal, keine Katastrophe. Unternehmen gehen vorsichtiger an den Markt: Kleine und mittlere Betriebe reduzieren ihre Plätze wegen Unsicherheiten, steigender Kosten oder fehlender Ausbilder im Haus.

Bis Juli sind 162.000 Plätze frei. Eine beachtliche Zahl. Gerade für alle, die noch gar nicht beworben haben oder früh im Jahr eine Absage bekommen haben: Die Saison ist noch nicht vorbei.

Dabei lohnt es sich zu verstehen, wie der deutsche Ausbildungsmarkt funktioniert. Die meisten Stellen mit Beginn September oder Oktober 2026 werden bis Ende des Sommers vergeben. Manche tauchen im letzten Moment auf: Ein Kandidat hat seine Bewerbung zurückgezogen oder abgesagt, der Platz ist wieder frei.

Für Ukrainerinnen und Ukrainer: Das Fenster steht offen, aber jetzt handeln

Wer eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG hat (vorübergehender Schutz), darf in Deutschland arbeiten und eine Ausbildung machen. Eine Ausbildung mit diesem Status ist möglich. Während der Ausbildung kann man zum Aufenthaltstitel nach §16a AufenthG wechseln: Dieser wird speziell für die Berufsausbildung ausgestellt. Der normale Weg sieht so aus: Ausbildung beginnen, zur Ausländerbehörde gehen, den neuen Aufenthaltstitel erhalten.

Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, kann §17 AufenthG nutzen. Er erlaubt die Einreise nach Deutschland oder den Aufenthalt im Land gezielt zur Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die genauen Bedingungen hängen von der jeweiligen Situation ab. Daher empfiehlt es sich, vor der Antragstellung bei der Ausländerbehörde oder einem Migrationsberater nachzufragen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung und Erhalt des Zeugnisses öffnet sich §18a AufenthG: der Aufenthaltstitel für qualifizierte Fachkräfte mit Berufsausbildung. Über genau diesen Weg bleiben die meisten Ausbildungsabsolventen in Deutschland und gehen dort anschließend arbeiten.

Mehr zum Thema Wie der Einstieg in die Ausbildung für Ausländerinnen und Ausländer insgesamt funktioniert (Aufenthaltstitel, Bewerbung, Sprachanforderungen, Finanzierung): Ausbildung in Deutschland für Ausländer 2026.

Was jetzt konkret zu tun ist, wenn noch kein Platz da ist

  • Jobbörse und Azubi.de prüfen. Die Bundesagentur für Arbeit pflegt ein aktuelles Verzeichnis freier Stellen in Echtzeit. Filtern nach Stadt, Branche und Startdatum. Die Einträge werden täglich aktualisiert.
  • Nicht auf September warten. Viele denken: Bis Mai nichts gefunden, also zu spät. Das stimmt nicht. Betriebe vergeben Plätze bis in den August, manchmal noch in den ersten Septemberwochen. Eine späte Bewerbung ist besser als gar keine.
  • Direkt anschreiben. Wenn ein interessanter Betrieb keine offene Stelle ausschreibt, bedeutet das noch nicht, dass kein Platz frei ist. In Deutschland ist die Initiativbewerbung gängige Praxis: Man bewirbt sich ohne ausgeschriebene Stelle aus eigener Initiative. Ein kurzes, konkretes Anschreiben mit Motivation und Lebenslauf bringt manchmal mehr als eine Antwort auf eine Standardausschreibung.
  • Weniger gefragte Berufe in Betracht ziehen. Logistik, Handel, Lebensmittelproduktion, Bau, Landwirtschaft: Hier gibt es traditionell mehr unbesetzte Stellen. Die Konkurrenz ist geringer, die Qualifikation aber genauso offiziell anerkannt und wertvoll.
  • Zum lokalen IHK oder HWK gehen. Die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern in jeder Region führen eigene Datenbanken mit freien Stellen und bringen Bewerber oft direkt mit Arbeitgebern zusammen.

Das Wichtigste: Der Ausbildungsmarkt ist nicht geschlossen

Die Zahlen vom Juli 2026 zeigen: Das Angebot ist kleiner geworden, aber 162.000 freie Plätze sind noch da. Das ist nicht wenig. Das Problem liegt nicht bei der Menge, sondern darin, dass Erwartungen, Regionen und Berufsfelder oft nicht zusammenpassen. Arbeitgeber suchen konkrete Menschen für konkrete Aufgaben. Bewerber schauen häufig nur auf beliebte Berufe in großen Städten.

Wer jetzt aktiv und flexibel vorgeht, hat echte Chancen. Juli und August sind noch aktive Monate für Bewerbungen.

Aktuelle Zahlen und Statistiken veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit monatlich auf der offiziellen Website arbeitsagentur.de.

FAQ

Wie viele Ausbildungsplätze sind im Juli 2026 noch frei?

Laut Bundesagentur für Arbeit (Juli 2026) sind noch 162.000 von insgesamt 437.000 gemeldeten Ausbildungsplätzen unbesetzt. Gleichzeitig suchen 147.000 Bewerberinnen und Bewerber noch einen Platz oder eine Alternative.

Warum gibt es 2026 weniger Ausbildungsplätze als im Vorjahr?

Arbeitgeber haben 35.000 Plätze weniger gemeldet als im Vorjahr. Kleine und mittlere Betriebe reduzieren ihr Angebot wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten, steigender Kosten oder fehlender Ausbilder im Haus. Ein Signal, keine Katastrophe.

Lohnt es sich, sich im Juli oder August noch zu bewerben?

Ja. Viele Betriebe vergeben Plätze bis in den August, manchmal noch in den ersten Septemberwochen. 162.000 Stellen sind noch unbesetzt. Eine späte Bewerbung ist besser als gar keine. Auch Initiativbewerbungen ohne ausgeschriebene Stelle sind in Deutschland gängige Praxis.

Dürfen Ukrainer mit §24 AufenthG eine Ausbildung in Deutschland beginnen?

Ja. Eine Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG (vorübergehender Schutz) berechtigt zur Arbeit und zur Berufsausbildung in Deutschland. Während der Ausbildung kann man zum Aufenthaltstitel nach §16a AufenthG wechseln. Nach dem Abschluss ermöglicht §18a AufenthG den Aufenthalt als qualifizierte Fachkraft mit Berufsausbildung.

Was ist §17 AufenthG und wer kann ihn nutzen?

§17 AufenthG erlaubt die Einreise nach Deutschland oder den Aufenthalt im Land gezielt zur Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die genauen Bedingungen hängen von der jeweiligen Situation ab. Es empfiehlt sich, vor der Antragstellung bei der Ausländerbehörde oder einem Migrationsberater nachzufragen.

Wo findet man aktuelle freie Ausbildungsstellen?

Die Bundesagentur für Arbeit pflegt ein aktuelles Verzeichnis in der Jobbörse auf arbeitsagentur.de mit täglichen Updates. Auch die Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie Handwerkskammern (HWK) in jeder Region führen eigene Datenbanken und bringen Bewerber oft direkt mit Arbeitgebern zusammen.

Quellen

Zuletzt geprüft: 31.07.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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