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Google-Bußgeld nach dem Digital Markets Act: 890 Millionen Euro und was sich jetzt ändert

EU-Flagge vor einem digitalen Bildschirm: Digital Markets Act und Google-Bußgeld 2026
Foto: Unsplash
890 Mio. €
Strafe der EU-Kommission gegen Google nach dem DMA
März 2024
Digital Markets Act vollständig in Kraft getreten
15-30 %
Google Play Provision pro Transaktion, die Entwickler künftig umgehen können
2026
Das Jahr, in dem der DMA wirklich greift und Strafen zeigen
Das Wichtigste in Kürze
  • Die EU-Kommission hat Google mit 890 Millionen Euro bestraft, weil Google eigene Dienste in der Suche bevorzugt und Entwickler im Play Store bei Zahlungsmethoden und App-Vertrieb eingeschränkt hat.
  • Der Digital Markets Act (DMA) ist im März 2024 vollständig in Kraft getreten und verpflichtet die größten Plattformen, keine eigenen Produkte zu bevorzugen, echte Nutzerwahl zu ermöglichen und alternative App-Stores nicht zu blockieren.
  • Für Nutzer in Deutschland: Preisvergleiche bei Google sollen fairer werden, Drittanbieter bekommen mehr Sichtbarkeit. Android-Nutzer sollen Apps leichter außerhalb von Google Play installieren können.
  • Für App-Entwickler und kleine Unternehmen: alternative Zahlungsmethoden ohne die Zwangsprovision von 15 bis 30 Prozent werden möglich, sobald Google die Änderungen unter Aufsicht der Kommission umsetzt.

Was passiert ist

Die Europäische Kommission hat Google in zwei Punkten für schuldig befunden, gegen den Digital Markets Act verstoßen zu haben. Eine Überraschung ist das nicht. Wer die europäische Digitalpolitik verfolgt, hat so etwas erwartet. Der Digital Markets Act zeigt jetzt echte Wirkung.

Erster Punkt: Google hat in der Suche eigene Dienste bevorzugt angezeigt. Wer nach Flügen suchte, sah zuerst Google Flights. Wer ein Hotel suchte, bekam zuerst Google Hotels. Unabhängige Vergleichsdienste, die oft günstigere Preise liefern, rutschten nach unten oder verschwanden komplett aus dem sichtbaren Bereich. Der DMA verbietet genau das.

Zweiter Punkt: Google hat Entwickler im Google Play Store eingeschränkt. Konkret geht es um Beschränkungen bei alternativen Zahlungsmethoden und bei der Verbreitung von Apps außerhalb des Stores. Das Prinzip ist dasselbe: Eine große Plattform nutzt ihre Marktmacht, um andere abhängig zu halten.

Die Strafe beläuft sich auf 890 Millionen Euro. Für Google entspricht das ungefähr drei bis vier Tagen Umsatz. Aber der Präzedenzfall wiegt schwerer als die Summe.

Was der DMA ist und wofür er da ist

Der Digital Markets Act ist im März 2024 vollständig in Kraft getreten. Es ist ein europäisches Gesetz, das die größten Technologiekonzerne, sogenannte Gatekeeper, dazu zwingen soll, auf dem digitalen Binnenmarkt fair zu spielen.

Ein Gatekeeper im Sinne des Gesetzes ist eine Plattform mit riesiger Nutzerbasis, die als Einstiegspunkt für andere Unternehmen oder Nutzer dient. Auf der Liste stehen Google Search, Google Play, YouTube und Android. Auch Produkte von Apple, Meta, Amazon und Microsoft fallen darunter.

Der DMA verpflichtet sie dazu:

  • keine Eigenprodukte bevorzugt anzuzeigen,
  • Nutzern eine echte Wahl bei Browser und Suchmaschine zu lassen,
  • Entwicklern alternative App-Stores und Zahlungswege nicht zu verbieten.

Google wurde genau dafür bestraft, dass diese Regeln ignoriert oder nur auf dem Papier erfüllt wurden.

Was das für dich als Nutzer in Deutschland bedeutet

Wer in Deutschland lebt und Google nutzt, spürt die Veränderungen bereits. Nach dem Beschluss der Kommission muss Google das Ranking in der Suche anpassen: Ergebnisse sollen nach Relevanz geordnet werden, das Prinzip "eigene Marke zuerst" gilt nicht mehr.

In der Praxis bedeutet das: Preisvergleiche für Flüge, Mietwohnungen oder Versicherungen bei Google Deutschland sollten fairer werden. Drittanbieter haben dann die Chance, ganz oben zu erscheinen, weil ihr Ergebnis wirklich besser ist, und nicht, weil sie Google dafür bezahlt haben.

Für Android-Nutzer gilt: Es soll einfacher werden, Apps außerhalb von Google Play zu installieren und Entwickler direkt zu bezahlen, ohne die Store-Gebühr.

Wann genau? Wann sich das in der Praxis zeigt, hängt davon ab, wie schnell Google die Änderungen unter Aufsicht der Kommission umsetzt. Aktuelle Informationen gibt es auf der offiziellen Seite digital-strategy.ec.europa.eu.

Was das für alle bedeutet, die ein Unternehmen oder eine App aufbauen

Wer in Deutschland ein kleines Online-Business aufbaut, über eine Website verkauft oder eine App entwickeln möchte, für den arbeitet der DMA.

Früher war es kaum möglich, einen unabhängigen Dienst über Google Search sichtbar zu machen, wenn Google selbst ein ähnliches Produkt anbot. Jetzt hat der Regulierer echte Durchsetzungsmacht. Eine Strafe von 890 Millionen Euro spricht für sich: Die Regeln werden eingehalten werden.

Für App-Entwickler eröffnet das die Möglichkeit, alternative Zahlungsmethoden anzubieten, ohne die Zwangsprovision von Google Play zu zahlen. Die beträgt standardmäßig 15 bis 30 Prozent pro Transaktion. Wie stark die Kosten tatsächlich sinken, hängt von den Bedingungen ab, die die Kommission mit dem Unternehmen aushandelt.

Warum das gerade jetzt wichtig ist

2026 ist das Jahr, in dem der DMA wirklich greift. Nach den ersten Strafen gegen Apple und Google haben auch andere Gatekeeper begonnen, ihre Praktiken zu ändern. Europa ist in der digitalen Regulierung den USA und den meisten anderen Märkten weit voraus.

Für Ukrainer in Deutschland klingt das zunächst nach abstrakter Politik. Aber es geht um die Umgebung, in der die eigenen Apps laufen, die Jobsuche oder die Suche nach einer Ausbildung, Online-Shops und Banken. Je fairer der Wettbewerb auf dem digitalen EU-Markt ist, desto mehr echte Alternativen hat man als Verbraucher.

Den weiteren Verlauf des Falls kann man über die offiziellen Pressemitteilungen der Europäischen Kommission verfolgen. Diese erscheinen auf digital-strategy.ec.europa.eu, dort sind auch alle DMA-Entscheidungen mit vollständigem Text und Datum verfügbar.

FAQ

Wie hoch ist die Strafe gegen Google nach dem DMA?

Die EU-Kommission hat Google mit 890 Millionen Euro bestraft. Für Google entspricht das ungefähr drei bis vier Tagen Umsatz. Der Präzedenzfall wiegt jedoch schwerer als die Summe selbst.

Wofür genau wurde Google nach dem DMA bestraft?

Es gab zwei Verstöße. Erstens hat Google eigene Dienste in der Suche bevorzugt angezeigt: Wer nach Flügen suchte, sah zuerst Google Flights, wer ein Hotel suchte, bekam zuerst Google Hotels. Unabhängige Vergleichsdienste rutschten nach unten oder verschwanden. Zweitens hat Google Entwickler im Play Store eingeschränkt, konkret bei alternativen Zahlungsmethoden und bei der Verbreitung von Apps außerhalb des Stores.

Was ist der Digital Markets Act (DMA)?

Der DMA ist ein europäisches Gesetz, das im März 2024 vollständig in Kraft getreten ist. Es verpflichtet die größten Technologiekonzerne, sogenannte Gatekeeper, dazu, auf dem digitalen Binnenmarkt fair zu spielen. Auf der Gatekeeper-Liste stehen unter anderem Google Search, Google Play, YouTube und Android sowie Produkte von Apple, Meta, Amazon und Microsoft.

Was ändert sich durch den DMA-Beschluss für Nutzer in Deutschland?

Preisvergleiche für Flüge, Mietwohnungen oder Versicherungen bei Google Deutschland sollen fairer werden. Drittanbieter haben dann die Chance, ganz oben zu erscheinen, weil ihr Ergebnis wirklich besser ist. Für Android-Nutzer soll es einfacher werden, Apps außerhalb von Google Play zu installieren und Entwickler direkt zu bezahlen.

Was bedeutet der DMA für App-Entwickler und kleine Unternehmen?

Entwickler können alternative Zahlungsmethoden anbieten, ohne die Zwangsprovision von Google Play zahlen zu müssen. Diese beträgt standardmäßig 15 bis 30 Prozent pro Transaktion. Wie stark die Kosten tatsächlich sinken, hängt von den Bedingungen ab, die die Kommission mit dem Unternehmen aushandelt.

Quellen

Zuletzt geprüft: 24.07.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

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