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Apostille für ukrainische Dokumente: Beglaubigung und Anerkennung in Deutschland

Gestempeltes amtliches Dokument mit Apostille-Aufkleber auf einem Schreibtisch
Foto: Unsplash
1961
Haager Apostille-Übereinkommen: gilt zwischen der Ukraine und Deutschland
MON
das Bildungsministerium der Ukraine apostilliert Diplome und Schulzeugnisse
Justiz
das Justizministerium der Ukraine apostilliert Urkunden von Standesamt, Gericht und Notar
kein Ablauf
die Apostille selbst hat kein Ablaufdatum
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Apostille bestätigt Unterschrift und Stempel auf einem amtlichen Dokument. Das Haager Übereinkommen von 1961 gilt zwischen der Ukraine und Deutschland, eine Legalisation ist dann nicht nötig.
  • Ukrainische Diplome und Schulzeugnisse apostilliert das Bildungsministerium (MON), Urkunden von Standesamt, Gericht und Notar das Justizministerium. Bildungsdokumente lassen sich aus Deutschland per Kurier einreichen.
  • Für die Anerkennung gehört die Apostille nicht zur Standardliste. Man braucht sie nur, wenn die zuständige Stelle sie ausdrücklich verlangt.
  • Meistens nötig ist eine Übersetzung ins Deutsche von öffentlich bestellten oder ermächtigten Übersetzern. Die Übersetzung selbst bekommt keine Apostille.

Die Apostille auf ukrainische Diplome und Schulzeugnisse setzt das Bildungsministerium der Ukraine (MON). Die Anträge bearbeitet das staatliche Unternehmen „Informations- und Imagezentrum“. Urkunden von Standesamt, Gerichten und Notaren apostilliert das Justizministerium der Ukraine.

Ob die Anerkennungsstelle überhaupt eine Apostille verlangt, entscheidet sie selbst. In der Standardliste der Unterlagen steht sie nicht. Wie der gesamte Anerkennungsprozess abläuft, beschreibt der Artikel Zeugnisse anerkennen lassen: anabin und ZAB Schritt für Schritt.

Apostille und Beglaubigung: der Unterschied bei der Anerkennung

Die Apostille bestätigt die Echtheit der Unterschrift und des Stempels auf einem amtlichen Dokument. Grundlage ist das Haager Übereinkommen von 1961. Es gilt zwischen der Ukraine und Deutschland, deshalb brauchen ukrainische Urkunden mit Apostille keine Legalisation.

Bei der Beglaubigung ist das anders. Eine Behörde oder ein Notar bestätigt, dass eine Kopie mit dem Original übereinstimmt. Die Apostille kommt auf das Original, die Beglaubigung auf die Kopie.

Dazu kommt meistens die Übersetzung ins Deutsche. Sie stammt von öffentlich bestellten oder ermächtigten Übersetzern.

Was benötigt wirdWofürWer stellt es aus
ApostilleOriginal des ukrainischen DokumentsBildungsministerium der Ukraine (Bildungsdokumente), Justizministerium der Ukraine (Standesamt, Gericht, Notar)
BeglaubigungKopie des DokumentsBehörde oder Notar
ÜbersetzungÜbersetzung ins DeutscheÖffentlich bestellte oder ermächtigte Übersetzer

Wo Ukrainer die Apostille für ihre Dokumente erhalten

Bildungsdokumente: Bildungsministerium (MON). Diplome, Schulzeugnisse und ihre Anlagen apostilliert das MON. Die Anträge bearbeitet das staatliche „Informations- und Imagezentrum“ (apostille.in.ua).

Die Apostille kommt nur auf das Original, Kopien nimmt das Zentrum nicht an. Ein Duplikat gilt als Original. Die Anlage zum Diplom lässt sich nur zusammen mit dem Diplom apostillieren.

Aus Deutschland ohne Reise. Das Zentrum nimmt Anträge auch aus der Ferne an: Antrag und Scans im persönlichen Konto auf der Website, danach die Originale per Kurier nach Kiew. Die fertigen Dokumente kommen auf Wunsch ebenfalls per Kurier zurück, der Versand kostet extra.

Standesamt, Gericht, Notar: Justizministerium. Urkunden der Justizbehörden, etwa vom Standesamt, sowie Gerichtsentscheidungen und notarielle Urkunden apostilliert das Justizministerium der Ukraine. Das MON ist dafür nicht zuständig.

Wo man für deutsche Dokumente den Antrag stellt

Braucht man die Apostille auf einem deutschen Dokument für das Ausland, hängt die Stelle von Bundesland und Dokumentart ab. Das Auswärtige Amt rät, beim Aussteller der Urkunde nachzufragen. In der Regel gilt:

  • notarielle Urkunden und Urkunden der ordentlichen Gerichte: Präsident des Landgerichts oder Amtsgerichts, teils das Justizministerium des Landes,
  • Urkunden der Verwaltung, auch vom Standesamt: je nach Bundesland, zum Beispiel Regierungspräsidium, Bezirksregierung oder Innenministerium,
  • Urkunden des Bundes: Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA),
  • Schul- und Hochschulzeugnisse: Zuständigkeit je nach Bundesland, am besten Schule oder Hochschule fragen.

Apostille online beantragen in Deutschland: geht das?

Das legt die zuständige Stelle fest. Ob online, per Post oder vor Ort und was es kostet, erfährt man bei ihr.

Das allgemeine Vorgehen in fünf Schritten:

  1. Die zuständige Stelle ermitteln. Den Aussteller der Urkunde fragen, wer die Apostille erteilt.
  2. Den Einreichungsweg klären. Online, per Post oder persönlich: das regelt die Stelle.
  3. Die Kosten erfragen. Die Gebühr nennt die zuständige Stelle.
  4. Das Original einreichen. Die Urkunde muss im Original vorgelegt werden.
  5. Die apostillierte Urkunde in Empfang nehmen. Übersetzungen bekommen keine eigene Apostille.

Welche Dokumente für die Anerkennung benötigt werden: die Standardliste

Laut dem Portal „Anerkennung in Deutschland“ sind immer nötig:

  • Antrag: Formular der zuständigen Stelle oder formloses Schreiben auf Deutsch,
  • Identitätsnachweis, zum Beispiel Reisepass oder Aufenthaltstitel,
  • Nachweis der Berufsqualifikation, etwa Diplom oder Abschlusszeugnis, mit Übersetzung,
  • Nachweise über Inhalte und Dauer, etwa Fächeraufstellung oder Diploma Supplement, mit Übersetzung.

Meistens kommen ein tabellarischer Lebenslauf auf Deutsch und Nachweise der Berufserfahrung mit Übersetzung dazu. Die Dokumente reicht man in der Regel als Kopie oder elektronisch ein. Manchmal verlangt die Stelle amtlich beglaubigte Kopien.

Tipp: Apostille nur auf Nachfrage Eine Apostille steht nicht in der Standardliste. Man braucht sie nur, wenn die zuständige Stelle sie ausdrücklich verlangt. Welche Stelle zuständig ist, zeigt der Anerkennungs-Finder auf anerkennung-in-deutschland.de.

FAQ

Wer setzt die Apostille auf ein ukrainisches Diplom?

Das Bildungsministerium der Ukraine (MON). Die Anträge bearbeitet das staatliche „Informations- und Imagezentrum“. Urkunden von Standesamt, Gerichten und Notaren apostilliert das Justizministerium der Ukraine.

Kann man die Apostille aus Deutschland beantragen?

Für Bildungsdokumente ja. Das Zentrum des MON nimmt Anträge über das persönliche Konto auf apostille.in.ua an, die Originale schickt man per Kurier nach Kiew. Die Apostille selbst wird in der Ukraine gesetzt.

Braucht man für die Anerkennung immer eine Apostille?

Nein. In der Standardliste des Portals „Anerkennung in Deutschland“ steht sie nicht. Nötig ist sie nur, wenn die zuständige Stelle sie ausdrücklich verlangt.

Ist die Apostille auf dem Diplom unbefristet gültig?

Ja. Laut dem Zentrum des MON hat die Apostille kein Ablaufdatum.

Braucht die beglaubigte Übersetzung auch eine Apostille?

Nein. Laut Auswärtigem Amt sind Übersetzungen keine öffentlichen Urkunden und bekommen keine Apostille. Die Apostille kommt auf das Originaldokument.

Kann man eine Kopie apostillieren?

Das MON setzt die Apostille nur auf Originale von Bildungsdokumenten, ein Duplikat gilt als Original. Eine Apostille des Justizministeriums auf einer notariellen Kopie bestätigt die Unterschrift des Notars, nicht das Diplom. Ob die Stelle in Deutschland das akzeptiert, vorher dort fragen.

Was ist der Unterschied zwischen Apostille und Beglaubigung?

Die Apostille bestätigt die Echtheit von Unterschrift und Stempel auf einem amtlichen Dokument, Grundlage ist das Haager Übereinkommen von 1961. Die Beglaubigung bestätigt, dass eine Kopie mit dem Original übereinstimmt. Die Apostille kommt auf das Original, die Beglaubigung auf die Kopie.

Quellen

Zuletzt geprüft: 29.10.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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