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Was eine Ausbildung 2026 wirklich kostet: die komplette Rechnung mit Gehalt

Taschenrechner und Euro-Scheine auf einem Tisch: Budgetplanung für die Ausbildung
Foto: Unsplash
682 €
Mindestvergütung 2025 im 1. Jahr, 2026 vermutlich 715-720 €
~600 €
Netto übrig bei 750 € brutto im 1. Jahr
700-950 €
durchschnittliche Monatsausgaben für Wohnen, Essen, Fahrt
100-300 €
Lücke im Monat zwischen Ausgaben und Netto, der Normalfall
Das Wichtigste in Kürze
  • Für die Ausbildung selbst zahlst du nichts, du bekommst sogar Geld dafür. Nur reicht dieses Geld allein meistens nicht zum Leben.
  • Von 750 € brutto im ersten Jahr bleiben dir netto etwa 600 € übrig. Rund 20 Prozent gehen für die Sozialversicherung weg, Lohnsteuer zahlst du in der Regel noch nicht.
  • Deine Ausgaben liegen bei 700 bis 950 € im Monat, dein Netto bei rund 600 €. Eine Lücke von 100 bis 300 € ist normal, nicht die Ausnahme.
  • Reicht es trotzdem nicht, gibt es die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) von der Agentur für Arbeit. Wohngeld und Kindergeld bis 25 helfen zusätzlich.

Wie viel zahlt man 2026 für eine Ausbildung?

Die Mindestausbildungsvergütung steigt jedes Jahr. 2025 waren es im ersten Jahr 682 Euro im Monat, das Minimum. Für 2026 rechne ich vorsichtig mit 715 bis 720 Euro, fix ist diese Zahl aber noch nicht. Die genaue Summe steht in der Tabelle der BIBB (bibb.de) oder beim Bundesministerium für Bildung, meist erst gegen Jahresende.

Das ist nur das gesetzliche Minimum nach dem BBiG. In der Praxis zahlen viele Betriebe mehr.

AusbildungsjahrSpanne der Vergütung
1. Jahr700 bis 1100 Euro, je nach Beruf
2. Jahrplus 18 Prozent zum ersten Jahr
3. Jahrplus 20 Prozent zum ersten Jahr, insgesamt oft plus 35 Prozent

Am wenigsten verdienst du bei Friseur, Gastronomie und Hauswirtschaft. Am meisten bei Banken, IT, in der Industrie (Industriemechaniker, Mechatroniker) und im Gesundheitswesen.

Was vom Gehalt abgeht: was netto übrig bleibt

Vom Brutto gehen die Sozialversicherungsbeiträge ab, also Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, zusammen etwa 20 Prozent. Lohnsteuer zahlst du als Azubi meistens noch gar nicht, dein Jahreseinkommen im ersten Jahr bleibt unter dem steuerfreien Grundbetrag.

Beispielrechnung Bei 750 Euro brutto landen ungefähr 600 Euro netto auf deinem Konto. Mit dieser Summe musst du wirklich klarkommen.

Die echten Ausgaben: Wohnen, Essen, Fahrtkosten

So sieht ein durchschnittliches Monatsbudget für eine Person aus:

PostenKosten pro Monat
Zimmer in einer WG350 bis 550 Euro (München oder Berlin eher am oberen Rand, kleinere Städte weniger)
Essen200 bis 250 Euro
Handyvertrag und Internet20 bis 30 Euro
Deutschlandticket für Azubis29 Euro, in manchen Bundesländern kostenlos oder günstiger
Haftpflichtversicherung, Kleinigkeiten, Freizeit80 bis 100 Euro

Zusammen kommen 700 bis 950 Euro Ausgaben zusammen, dein Netto liegt bei 600 Euro. Eine Lücke von 100 bis 300 Euro im Monat ist der Normalfall, keine Ausnahme.

Was kostenlos ist und wo man draufzahlen muss

Die duale Ausbildung, also Betrieb plus Berufsschule, kostet dich nichts. Arbeitgeber und Staat übernehmen die Kosten.

Eine schulische Ausbildung, etwa Erzieher oder Physiotherapeut in manchen Bundesländern, läuft manchmal an einer privaten Fachschule. Dort kann Schulgeld anfallen, von 0 bis zu mehreren Hundert Euro im Monat. Für Pflegeberufe ist die Ausbildung seit 2020 bundesweit kostenlos, das hat die Reform des Pflegeberufegesetzes geregelt.

Dazu können noch kommen:

  • Werkzeug und Arbeitskleidung bei handwerklichen Berufen wie Friseur, KFZ oder Tischler: einmalig 100 bis 500 Euro, einen Teil übernimmt oft der Arbeitgeber.
  • Lehrbücher und Material für die Berufsschule: rechne mit 50 bis 150 Euro im Jahr.

Wenn das Geld nicht reicht: BAB und andere Hilfen

Reichen deine Ausgaben über dein Einkommen hinaus, kannst du die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bei der Agentur für Arbeit beantragen. Sie gleicht die Differenz zwischen Wohn- und Lebenshaltungskosten und deinem Gehalt aus. Den Antrag stellst du nach Ausbildungsbeginn, Formular und Berechnung findest du auf arbeitsagentur.de. Mehr dazu im Artikel Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) 2026.

Schau dir außerdem Wohngeld an, falls du allein wohnst, und Kindergeld bis 25, wenn du noch in der Ausbildung oder im Bildungssystem steckst.

Für Ukrainer: was an Kosten dazukommt

Startest du mit dem §24-Status, also vorübergehendem Schutz, in die Ausbildung, kommen noch einmalige Zusatzkosten dazu:

  • Übersetzung und Anerkennung des Schulzeugnisses: 50 bis 150 Euro pro Dokument, in manchen Bundesländern macht das die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen kostenlos.
  • Sprachkurs bis B1/B2: häufig kostenlos über das Jobcenter oder die Bundesagentur für Arbeit, aber nicht garantiert. Frag am besten direkt bei deinem Jobcenter nach.

Die gute Nachricht: Solange du in Integrationsmaßnahmen bist oder noch eine Ausbildung suchst, zahlt das Jobcenter meist Wohnen und Versicherung. Mit dem Start der Ausbildung endet das, dann lebst du von deinem eigenen Einkommen, bei Bedarf mit BAB als Ergänzung. Mehr zum Aufenthalt während der Ausbildung im Hauptguide Ausbildung für Ausländer 2026.

Fazit: womit man realistisch rechnen sollte

Rechne mit mindestens 600 bis 700 Euro netto im ersten Jahr und mit Ausgaben von 700 bis 950 Euro, je nach Stadt. In kleineren Städten kommst du mit der Ausbildungsvergütung eher hin. In München, Hamburg oder Frankfurt brauchst du fast immer etwas dazu, einen Nebenjob, BAB oder Unterstützung von außen.

Die aktuellen Zahlen zur Mindestvergütung und zum Azubi-Ticket in deinem Bundesland stehen auf bibb.de und arbeitsagentur.de, beide Seiten aktualisieren ihre Werte jedes Jahr.

FAQ

Wie viel kostet eine Ausbildung in Deutschland 2026?

Nichts, die Ausbildung selbst kostet dich keinen Cent, du bekommst sogar Gehalt. 2025 lag die Mindestausbildungsvergütung im ersten Jahr bei 682 Euro im Monat. Für 2026 rechne ich vorsichtig mit 715 bis 720 Euro, bestätigt ist das noch nicht. Die genaue Summe steht auf bibb.de.

Wie viel Netto bleibt vom Ausbildungsgehalt?

Vom Brutto gehen etwa 20 Prozent für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ab. Lohnsteuer zahlst du als Azubi im ersten Jahr meistens noch nicht. Bei 750 Euro brutto landen ungefähr 600 Euro netto auf deinem Konto.

Wie hoch sind die monatlichen Ausgaben als Azubi?

Im Schnitt 700 bis 950 Euro im Monat: 350 bis 550 Euro für ein WG-Zimmer, 200 bis 250 Euro Essen, 20 bis 30 Euro Handy und Internet, 29 Euro für das Deutschlandticket, dazu 80 bis 100 Euro für Versicherung, Kleinigkeiten und Freizeit.

Was tun, wenn das Ausbildungsgehalt nicht reicht?

Reichen deine Ausgaben über dein Einkommen hinaus, beantragst du die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bei der Agentur für Arbeit, sie gleicht die Differenz zwischen Wohn- und Lebenshaltungskosten und deinem Gehalt aus. Schau dir auch Wohngeld und Kindergeld bis 25 an.

Ist eine Ausbildung für Ukrainer mit §24 teurer?

Etwas, ja: 50 bis 150 Euro pro Dokument für Übersetzung und Anerkennung des Schulzeugnisses, in manchen Bundesländern macht das die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen kostenlos. Sprachkurse bis B1/B2 sind häufig kostenlos über das Jobcenter oder die Bundesagentur für Arbeit.

Kostet eine schulische Ausbildung Geld?

Manchmal. Eine schulische Ausbildung an einer privaten Fachschule kann Schulgeld kosten, von 0 bis zu mehreren Hundert Euro im Monat. Pflegeberufe sind seit 2020 bundesweit kostenlos, das regelt die Reform des Pflegeberufegesetzes.

Quellen

Zuletzt geprüft: 21.06.2026. Ich habe alles sorgfältig recherchiert, aber das ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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