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Veranstaltungskaufmann/-frau: Ausbildung und Gehalt 2026

Konferenzsaal mit Bestuhlung und Bühne: Arbeitsumfeld von Veranstaltungskaufleuten
Foto: Unsplash
724 €
Mindestvergütung brutto im 1. Lehrjahr, Ausbildungsbeginn 2026 (§ 17 BBiG)
764 €
Mindestvergütung brutto im 1. Lehrjahr, Ausbildungsbeginn 2027 (§ 17 BBiG)
3 Jahre
Ausbildungsdauer, Abschlussprüfung vor der IHK
3.781 €
Median brutto im Monat in Vollzeit nach der Ausbildung (Entgeltatlas)
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Ausbildung dauert drei Jahre. Du lernst im Betrieb und in der Berufsschule, am Ende steht die Abschlussprüfung vor der IHK. Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor.
  • Gesetzliche Mindestvergütung bei Ausbildungsbeginn 2026: 724, 854 und 977 Euro brutto im 1. bis 3. Lehrjahr. Bei Beginn 2027: 764, 902 und 1.031 Euro (§ 17 BBiG).
  • Tarifbeispiele laut BERUFENET: 1.000 bis 1.200 Euro in der Veranstaltungswirtschaft, 1.368 bis 1.464 Euro im öffentlichen Dienst.
  • Nach der Ausbildung liegt der Median bei 3.781 Euro brutto im Monat in Vollzeit. Mit 4,5 Jahren Berufserfahrung kannst du die IHK-Prüfung auch ohne Ausbildungsvertrag ablegen (§ 45 Abs. 2 BBiG).

Beruf und Aufgaben

Veranstaltungskaufleute planen Veranstaltungen und organisieren sie von der Idee bis zur Abrechnung. Sie entwickeln zum Beispiel Konzepte für Messen, Kongresse oder Ausstellungen, kalkulieren Kosten und erstellen Angebote.

Du betreust Kundinnen und Kunden, erstellst Ablauf- und Regiepläne und setzt sie um. Nach der Veranstaltung kontrollierst du den Erfolg und rechnest ab. Dazu kommen Marketing und Werbung.

Wichtig sind laut BERUFENET Organisationstalent, Verhandlungsgeschick und Konzentration, auch unter Zeitdruck. Gearbeitet wird im Büro, bei Kunden in Messe- und Konzerthallen und bei Open-Air-Veranstaltungen im Freien.

Ausbildungsvergütung 2026 nach Lehrjahr

Die gesetzliche Mindestvergütung nach § 17 BBiG hängt vom Jahr ab, in dem deine Ausbildung beginnt. Entscheidend ist der Ausbildungsbeginn, nicht das Datum der Vertragsunterschrift.

LehrjahrMindestvergütung brutto, Beginn 2026Mindestvergütung brutto, Beginn 2027
1. Lehrjahr724 €764 €
2. Lehrjahr854 €902 €
3. Lehrjahr977 €1.031 €

Ist dein Betrieb tarifgebunden, gilt der Tarifvertrag. Er darf nach § 17 Abs. 3 BBiG sogar unter dem gesetzlichen Minimum liegen. Ohne Tarifbindung darf der Betrieb den passenden Tarif in der Regel um höchstens 20 Prozent unterschreiten (§ 17 Abs. 4 BBiG).

Tarifbeispiele aus BERUFENET (Stand 05.10.2026), brutto im Monat im 1. bis 3. Jahr:

  • Veranstaltungswirtschaft: 1.000 €, 1.100 € und 1.200 €
  • Hotel- und Gaststättengewerbe, je nach Bundesland: 950 bis 1.200 €, 1.050 bis 1.350 € und 1.150 bis 1.462 €
  • öffentlicher Dienst (kommunale Arbeitgeber): 1.368 €, 1.418 € und 1.464 €
Netto liegt darunter Vom Brutto gehen Sozialversicherungsbeiträge ab (KV, PV, RV, AV), je nach Steuerklasse auch Lohnsteuer. Deinen Netto-Betrag rechnest du mit dem Azubi-Gehalt-Rechner auf dieser Seite aus.

Wohnst du für die Ausbildung nicht mehr bei deinen Eltern, kannst du bei der Bundesagentur für Arbeit Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Als Bedarf gelten 822 Euro im Monat (§ 61 Abs. 1 SGB III mit § 13 BAföG). Davon werden deine Ausbildungsvergütung und weitere anrechenbare Einkünfte abgezogen.

Ausbildungsdauer und Voraussetzungen

Die Ausbildung dauert drei Jahre (§ 2 der Ausbildungsverordnung). Du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Im Betrieb erstellst du zum Beispiel Ablauf- und Regiepläne, holst Angebote ein, kalkulierst und führst Kundengespräche.

In der Berufsschule gibt es berufsbezogene Lernfelder, etwa „Finanzquellen erschließen und Finanzmittel einsetzen“. Dazu kommen Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Vor der IHK legst du eine Zwischenprüfung und am Ende die Abschlussprüfung ab (§§ 20 und 21 der Verordnung). Die Abschlussprüfung hat drei schriftliche Teile und ein fallbezogenes Fachgespräch.

Die Ausbildungsordnung stammt von 2001. Laut BIBB läuft gerade ein Neuordnungsverfahren, die Ausbildung wird also modernisiert.

Am Anfang steht eine Probezeit von einem bis vier Monaten (§ 20 BBiG). In dieser Zeit können beide Seiten jederzeit ohne Kündigungsfrist schriftlich kündigen (§ 22 BBiG).

Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor, die Betriebe wählen nach eigenen Kriterien aus. 2024 hatten laut BERUFENET 70 Prozent der 1.527 Ausbildungsanfänger die Hochschulreife und 25 Prozent einen mittleren Abschluss.

Hilfreich sind gute Kenntnisse in Mathematik, Deutsch, Englisch und Wirtschaft.

Typische Bewerbungsunterlagen:

  • Lebenslauf auf Deutsch
  • Schulzeugnis mit Noten
  • Anschreiben
  • falls vorhanden: Nachweise über Praktika oder ehrenamtliche Mitarbeit bei Events

Gehalt nach der Ausbildung

Mit dem IHK-Abschluss arbeitest du als Fachkraft. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für Veranstaltungskaufleute einen Median von 3.781 Euro brutto im Monat in Vollzeit. Ein Viertel verdient weniger als 3.080 Euro, ein Viertel mehr als 4.585 Euro (Datenstand Entgeltatlas 2025).

Werte nach Bundesland gibt es nur für vier Länder: Baden-Württemberg 4.116 Euro, Bayern 3.926 Euro, Hessen 3.807 Euro, Nordrhein-Westfalen 3.760 Euro. Für die übrigen Länder und für die Großstädte fehlen Daten.

Tarifbeispiele aus BERUFENET: 3.449 bis 3.969 Euro im öffentlichen Dienst (TVöD) und 3.134 bis 3.465 Euro in der gewerblichen Wirtschaft, jeweils brutto im Monat. Alle Werte findest du im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Arbeitgeber sind laut BERUFENET vor allem Theater, Konzerthäuser, Veranstaltungszentren und Messebetriebe, Eventagenturen und Firmen für Veranstaltungstechnik, Caterer und Hotels mit Veranstaltungsbereich sowie Kulturämter und Stadtmarketing.

Zum Aufstieg bietet sich die Fortbildung zum Geprüften Veranstaltungsfachwirt oder zur Geprüften Veranstaltungsfachwirtin an. Möglich sind auch Betriebswirt/in (Fachschule) mit Schwerpunkt Event-Management oder ein Studium im Fach Event-Management.

Quereinsteiger: der Weg ins Eventmanagement

Einen bestimmten Vorberuf brauchst du nicht. Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb.

Wenn du schon Erfahrung oder Vorbildung mitbringst, gibt es zwei Wege:

  1. Verkürzung der Ausbildungszeit. Auf gemeinsamen Antrag von dir und deinem Betrieb kürzt die IHK die Ausbildungsdauer, wenn zu erwarten ist, dass du das Ziel in kürzerer Zeit erreichst (§ 8 Abs. 1 BBiG). Ein Bildungsgang an einer berufsbildenden Schule kann außerdem angerechnet werden (§ 7 BBiG). Wie das im Detail funktioniert, erklärt der Artikel Ausbildung verkürzen: Voraussetzungen und Antrag bei der IHK.
  2. Externenprüfung. Warst du mindestens 4,5 Jahre im Beruf tätig, also das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer, wirst du ohne Ausbildungsvertrag zur Abschlussprüfung zugelassen (§ 45 Abs. 2 BBiG). Berufserfahrung aus dem Ausland wird dabei berücksichtigt. Den Antrag stellst du bei deiner IHK.

FAQ

Wie viel verdient man im ersten Lehrjahr als Veranstaltungskaufmann?

Mindestens 724 Euro brutto im Monat, wenn deine Ausbildung 2026 beginnt, und 764 Euro bei Beginn 2027 (§ 17 BBiG). Tarifbeispiele laut BERUFENET liegen im ersten Jahr zwischen 950 und 1.368 Euro. Dein Netto rechnest du mit dem Azubi-Gehalt-Rechner aus.

Braucht man das Abitur für die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann?

Nein. Das Gesetz schreibt keinen bestimmten Schulabschluss vor. In der Praxis hatten 2024 aber 70 Prozent der Ausbildungsanfänger die Hochschulreife und 25 Prozent einen mittleren Abschluss (BERUFENET).

Wie können Ukrainer mit §24 diese Ausbildung aufnehmen?

Die Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG ist ein Aufenthaltstitel. Mit einem Aufenthaltstitel darfst du arbeiten, solange kein Gesetz es verbietet (§ 4a Abs. 1 AufenthG). Eine betriebliche Ausbildung zählt als Beschäftigung (§ 7 Abs. 2 SGB IV). Ob du arbeiten darfst, muss aus deinem Aufenthaltstitel hervorgehen (§ 4a Abs. 3 AufenthG). Nach dem Abschluss kommt eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18a AufenthG für Fachkräfte mit Berufsausbildung in Frage, wenn du eine qualifizierte Beschäftigung hast. Mehr dazu im Artikel Aufenthaltserlaubnis nach der Ausbildung: §18a und der Weg zur Niederlassungserlaubnis.

Kann man den IHK-Abschluss per Externenprüfung erwerben?

Ja. Wenn du mindestens 4,5 Jahre im Beruf gearbeitet hast, lässt dich die IHK ohne Ausbildungsvertrag zur Abschlussprüfung zu (§ 45 Abs. 2 BBiG). Zeiten im Ausland zählen mit. Den Antrag stellst du bei der IHK in deinem Bezirk.

Quellen

Zuletzt geprüft: 15.10.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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