Immobilienkaufmann/-frau: Ausbildung und Gehalt 2026

- Dreijährige duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Im dritten Jahr Spezialisierung auf Wohn- oder Gewerbeimmobilien. Verkürzung auf 2 oder 2,5 Jahre per Antrag bei der IHK möglich.
- Vergütung: 650 bis 950 Euro brutto je nach Lehrjahr. Nach dem Abschluss 2200 bis 2800 Euro, in München, Hamburg und Berlin bis 3300 Euro brutto.
- Formal reicht Hauptschulabschluss, in der Praxis erwarten die meisten Betriebe Mittleren Schulabschluss und mindestens B2 Deutsch, realistisch C1.
- Ukrainer mit §24 AufenthG können die Ausbildung machen: der Aufenthaltstitel wechselt auf §16a, nach dem Abschluss ist §18a als qualifizierte Fachkraft möglich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Immobilienkaufmann und was wird gelernt
Die Regelausbildungszeit beträgt 3 Jahre. Mit Abitur oder guten Noten nach der Zwischenprüfung lässt sich die Ausbildungszeit auf 2,5 oder 2 Jahre verkürzen, per Antrag bei der IHK. Voraussetzungen und den genauen Ablauf erklärt der Artikel Ausbildung verkürzen: Voraussetzungen und Antrag bei der IHK.
Die Ausbildung umfasst die Vermietung von Wohn- und Gewerbeimmobilien, den Kauf und Verkauf von Objekten, die Verwaltung von Immobilien, die Vertragsbearbeitung und die Arbeit mit Kunden. Im dritten Jahr kommt in der Regel eine Spezialisierung hinzu: Wohnimmobilien oder Gewerbeimmobilien.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung in der Immobilienbranche benötigt
Formal reicht ein Hauptschulabschluss. In der Praxis nehmen die meisten Arbeitgeber Bewerber mit Mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss) oder höher. Betriebe in dieser Branche sind oft klein, die Ausbildungsplätze rar, der Wettbewerb höher als es Stellenanzeigen vermuten lassen.
Was bei der Bewerbung wirklich hilft:
- gute Noten in Mathematik, Deutsch und Sozialkunde
- Erfahrung im Verkauf oder Servicebereich: Praktikum, Nebenjob
- sicheres Deutsch: B2 als Mindestanforderung, in der Praxis ist C1 gefragt
- Interesse an Recht, Wirtschaft oder dem Bauwesen
Wer ausländische Schulzeugnisse mitbringt: ein anerkannter Abschluss beschleunigt die Bewerbung erheblich. Was dabei zu beachten ist, erklärt der Artikel Zeugnisse anerkennen lassen: anabin und ZAB Schritt für Schritt.
Ausbildungsvergütung zum Immobilienkaufmann nach Lehrjahr: brutto und netto
Die Höhe hängt vom Arbeitgeber, der Region und dem Tarifvertrag ab. Große Verwaltungsgesellschaften zahlen in der Regel mehr als kleine Maklerbüros. Die folgenden Zahlen sind Richtwerte auf Basis der Empfehlungen für 2026.
| Lehrjahr | Brutto pro Monat | Netto ungefähr |
|---|---|---|
| 1. Lehrjahr | 650-750 € | 560-640 € |
| 2. Lehrjahr | 750-850 € | 645-720 € |
| 3. Lehrjahr | 850-950 € | 730-810 € |
Was verdient man nach der Ausbildung zum Immobilienkaufmann
Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei 2200 bis 2800 Euro brutto. In München, Hamburg und Berlin sind beim ersten Job auch 2800 bis 3300 Euro möglich. Nach 3 bis 5 Jahren, insbesondere in der Verwaltung von Gewerbeimmobilien oder auf einer Position als Teamleiter, sind 3500 bis 4500 Euro realistisch.
Manche Arbeitgeber zahlen zusätzlich Boni oder Provisionen auf abgeschlossene Geschäfte, sodass das Gesamteinkommen über dem Grundgehalt liegt.
Ausbildung zum Immobilienkaufmann als Quereinsteiger
Eine Altersgrenze gibt es nicht. Wer eine neue Berufsrichtung einschlagen möchte, hat zwei realistische Wege:
- Duale Ausbildung: dasselbe dreijährige Programm, nur als Erwachsener absolviert. Arbeitgeber in der Immobilienbranche schätzen reife Bewerber mit Erfahrung im Vertrieb, in der Rechtspraxis oder im Bauwesen oft mehr als Schulabgänger ohne Berufspraxis.
- Umschulung: Neuausrichtung über die Arbeitsagentur oder das Jobcenter. Sie dauert 2 Jahre, und der Staat kann die Kosten über einen Bildungsgutschein übernehmen.
Für Ukrainer mit vorübergehendem Schutz nach §24 AufenthG sind beide Wege grundsätzlich zugänglich. Bei Aufnahme einer dualen Ausbildung wird der Aufenthaltstitel auf §16a AufenthG umgestellt. Nach erfolgreichem Abschluss eröffnet sich der Weg zu §18a: einer Aufenthaltserlaubnis zur Beschäftigung als qualifizierte Fachkraft. Den Unterschied zwischen beiden Wegen erklärt der Artikel §24 und Ausbildung: lohnt sich der Wechsel zu §16a?. Was nach dem Abschluss passiert, beschreibt der Artikel Aufenthaltserlaubnis nach der Ausbildung: §18a, §9 und der Weg zur Niederlassungserlaubnis.
FAQ
Was verdient man im ersten Lehrjahr der Ausbildung zum Immobilienkaufmann?
Richtwert: 650 bis 750 Euro brutto, netto kommen etwa 560 bis 640 Euro an. Der genaue Betrag hängt vom Arbeitgeber und dem geltenden Tarifvertrag ab.
Lässt sich die Ausbildungszeit beim Immobilienkaufmann verkürzen?
Ja. Mit Abitur oder guten Zwischenprüfungsnoten kann man einen Antrag auf Verkürzung auf 2,5 oder 2 Jahre bei der IHK stellen. Die endgültige Entscheidung treffen IHK und Ausbildungsbetrieb gemeinsam.
Welches Deutschniveau braucht man für die Ausbildung in der Immobilienbranche?
Eine formale Mindestvoraussetzung gibt es nicht. In der Praxis gilt B2 als untere Grenze. Die meisten Arbeitgeber erwarten C1, da Kundengespräche, Vertragsverhandlungen und Korrespondenz ein sicheres Sprachniveau voraussetzen.
Was verdient ein Immobilienkaufmann direkt nach der Ausbildung?
Bundesweit liegt das Einstiegsgehalt im Schnitt bei 2200 bis 2800 Euro brutto. In Großstädten sind die Anfangsgehälter oft eher bei 2800 bis 3300 Euro angesiedelt.
Kann ein Ukrainer in Deutschland die Ausbildung zum Immobilienkaufmann machen?
Ja. Wer vorübergehenden Schutz nach §24 AufenthG hat, wechselt mit Beginn der Ausbildung auf §16a. Nach dem Abschluss steht der Weg zur Aufenthaltserlaubnis nach §18a offen, als qualifizierte Fachkraft mit abgeschlossener Berufsausbildung.
Quellen
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Ausbildungsberufe und Ausbildungsprofile
- Bundesagentur für Arbeit, Berufenet: Immobilienkaufmann/-frau
- §16a AufenthG (Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung) · §18a AufenthG (Aufenthaltserlaubnis für qualifizierte Fachkräfte mit Berufsausbildung)
- §24 AufenthG (vorübergehender Schutz)
Zuletzt geprüft: 26.09.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.