Bankkaufmann: Ausbildung und Gehalt 2026 für Ausländer

- Tarifliche Ausbildungsvergütung für Bankkaufleute laut BIBB (Stand 1. Oktober 2025): brutto 1.333 € im 1., 1.387 € im 2. und 1.455 € im 3. Ausbildungsjahr. Aktuelle Tarife (BERUFENET, Stand August 2026): ab 1.400 € im 1. Jahr.
- Gesetzliche Mindestvergütung bei Ausbildungsbeginn 2026: 724 €, 854 € und 977 € (§ 17 BBiG). Tarifgebundene Betriebe zahlen nach Tarifvertrag.
- Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Verkürzen kann nur die IHK, auf gemeinsamen Antrag von dir und dem Betrieb (§ 8 BBiG).
- Abitur ist keine Pflicht: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. 2024 hatten 60 % der Ausbildungsanfänger die Hochschulreife, 39 % einen mittleren Abschluss.
- Mit § 24 darfst du arbeiten und damit auch eine betriebliche Ausbildung machen (§ 4a AufenthG). Nach dem Abschluss kommt § 18a in Frage.
Als Azubi zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau bekommst du in tarifgebundenen Betrieben über die drei Ausbildungsjahre im Schnitt 1.388 € brutto im Monat (BIBB, Stand 1. Oktober 2025). Nach der Ausbildung liegt der Median für Fachkräfte in Vollzeit bei 5.980 € brutto (Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit). Die Ausbildung dauert 3 Jahre, ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben.
Ausbildungsvergütung Bankkaufmann nach Lehrjahr (brutto)
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wertet jedes Jahr zum 1. Oktober die Tarifverträge aus. Für Bankkaufleute ergibt sich 2025 bundesweit:
| Ausbildungsjahr | Tariflicher Durchschnitt (BIBB, 1.10.2025) | Gesetzliches Minimum bei Beginn 2026 (§ 17 BBiG) |
|---|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 1.333 € | 724 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.387 € | 854 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.455 € | 977 € |
Über die gesamte Ausbildung sind das tariflich im Schnitt 1.388 € im Monat. Seit dem BIBB-Stichtag sind die Tarife gestiegen: BERUFENET nennt für das Bankgewerbe (Bayerisches Tarifregister, Stand August 2026) 1.400 € bis 1.496 € im 1., 1.470 € bis 1.558 € im 2. und 1.550 € bis 1.620 € im 3. Ausbildungsjahr. Für tarifgebundene Betriebe sind die Tarifsätze verbindliche Mindestbeträge, mehr ist erlaubt (BIBB). Ist die Bank nicht tarifgebunden, darf ihre Vergütung den passenden Tarif in der Regel um höchstens 20 % unterschreiten (§ 17 Abs. 4 BBiG) und nie unter der gesetzlichen Mindestvergütung liegen (§ 17 Abs. 2 BBiG). Bei Ausbildungsbeginn 2027 beträgt die gesetzliche Mindestvergütung 764 €, 902 € und 1.031 € (BBiMindVergFBek 2027). Was dein Betrieb zahlt, steht in deinem Ausbildungsvertrag.
Alle Beträge sind brutto. Wie sich die Vergütung in anderen Berufen verteilt, zeigt der Artikel Ausbildungsvergütung 2026: Gehälter nach Beruf.
Gehalt nach der Ausbildung: Was verdient ein Bankkaufmann als Fachkraft?
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt für Bankkaufleute auf Fachkraft-Niveau (Daten 2025, Vollzeit, ganz Deutschland) ein mittleres Bruttomonatsentgelt von 5.980 €. Ein Viertel der Beschäftigten verdient weniger als 4.687 €, ein Viertel mehr als 7.341 €.
Diese Werte gelten für alle Altersgruppen. Für Beschäftigte unter 25 Jahren, darunter viele Berufseinsteiger, liegt der Median bei 4.007 € (unteres Viertel bis 3.621 €, oberes ab 4.455 €).
Ausbildungsdauer Bankkaufmann und Verkürzung
Die Ausbildung dauert drei Jahre, so steht es in § 2 der Bankkaufleuteausbildungsverordnung. Gelernt wird im Betrieb und in der Berufsschule.
Verkürzen kann nur die zuständige Stelle, für Bankkaufleute die IHK. Du und dein Betrieb stellen den Antrag gemeinsam, und die IHK muss kürzen, wenn zu erwarten ist, dass du das Ausbildungsziel in der kürzeren Zeit erreichst (§ 8 Abs. 1 BBiG). Wie das abläuft: Ausbildung verkürzen: Antrag bei der IHK.
Die Eintragung des Ausbildungsvertrags bei der IHK beantragt der Betrieb, und zwar unverzüglich nach Vertragsschluss (§ 36 BBiG).
Voraussetzungen: Brauchst du Abitur?
Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Banken wählen ihre Azubis nach eigenen Kriterien aus (BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit). Unter 18 Jahren brauchst du eine ärztliche Bescheinigung über die Erstuntersuchung.
In der Praxis bringen viele Bewerber einen höheren Abschluss mit. Von den 9.528 Ausbildungsanfängern 2024 hatten 60 % die Hochschulreife und 39 % einen mittleren Bildungsabschluss (BIBB-Daten, ausgewiesen in BERUFENET).
Ein festes Deutschniveau für die Ausbildung selbst schreibt kein Gesetz vor, darüber entscheidet die Bank. Für das Aufenthaltsrecht gilt: Für die Einreise zur Ausbildungsplatzsuche (§ 17 AufenthG) brauchst du ausreichende Deutschkenntnisse, das entspricht B1 (§ 2 Abs. 11 AufenthG). Für die Aufenthaltserlaubnis nach § 16a wird ein B1-Nachweis verlangt, wenn der Betrieb deine Sprachkenntnisse nicht geprüft hat und kein vorbereitender Deutschkurs geplant ist (§ 16a Abs. 3).
Ob dein ausländischer Schulabschluss einem deutschen entspricht, kannst du in der anabin-Datenbank der KMK nachsehen. Schritt für Schritt: ZAB-Zeugnisbewertung und anabin.
Visum und Aufenthaltsstatus für die Ausbildung
Suche aus dem Ausland: Eine Aufenthaltserlaubnis zur Suche eines Ausbildungsplatzes (§ 17 Abs. 1 AufenthG) gibt es für bis zu neun Monate. Voraussetzungen: jünger als 35, Lebensunterhalt gesichert, ein Schulabschluss mit Hochschulzugang (in Deutschland oder im Land, in dem du ihn erworben hast) und Deutsch auf B1.
Mit Ausbildungsvertrag: Die Aufenthaltserlaubnis zur betrieblichen Ausbildung nach § 16a Abs. 1 AufenthG soll erteilt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit zugestimmt hat. Nebenbei darfst du bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten (§ 16a Abs. 3).
Nach dem Abschluss: Mit der bestandenen Ausbildung bist du Fachkraft mit Berufsausbildung (§ 18 Abs. 3 Nr. 1 AufenthG). Die Aufenthaltserlaubnis nach § 18a berechtigt zu jeder qualifizierten Beschäftigung, Voraussetzung ist unter anderem ein konkretes Arbeitsplatzangebot (§ 18 Abs. 2). Mehr dazu: Aufenthaltserlaubnis nach der Ausbildung: § 18a.
Ukrainer mit § 24: Die Aufenthaltserlaubnis nach § 24 ist ein Aufenthaltstitel, und mit einem Aufenthaltstitel darfst du erwerbstätig sein, solange kein Gesetz es verbietet (§ 4a Abs. 1 AufenthG). Betriebliche Berufsbildung zählt als Beschäftigung (§ 7 Abs. 2 SGB IV). Für die Ausbildung musst du also nicht zu § 16a wechseln. Wann ein Wechsel trotzdem sinnvoll sein kann: § 24 und Ausbildung: lohnt sich der Wechsel zu § 16a?
So läuft es, wenn du noch nicht in Deutschland bist:
- Ausbildungsplatz finden: Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, Make it in Germany, Karriereseiten der Banken.
- Ausbildungsvertrag unterschreiben.
- Visum nach § 16a AufenthG bei der deutschen Auslandsvertretung beantragen.
- Nach der Einreise Wohnsitz anmelden und bei der Ausländerbehörde die Aufenthaltserlaubnis beantragen.
Quereinsteiger: Umschulung zum Bankkaufmann
Wer schon im Berufsleben steht, kann den Abschluss über eine Umschulung nachholen. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann die Kosten mit einem Bildungsgutschein übernehmen, wenn die Voraussetzungen von § 81 SGB III erfüllt sind, etwa drohende Arbeitslosigkeit oder ein fehlender Berufsabschluss, und du vorher beraten wurdest.
Eine Umschulung in Vollzeit gilt als angemessen lang, wenn sie mindestens ein Drittel kürzer ist als die Ausbildung (§ 180 Abs. 4 SGB III). Bei drei Jahren Ausbildung sind das in der Regel höchstens 24 Monate.
FAQ
Was verdient man als Azubi zum Bankkaufmann?
Laut BIBB (tarifliche Vergütungen, Stand 1. Oktober 2025) im Schnitt brutto 1.333 € im 1., 1.387 € im 2. und 1.455 € im 3. Ausbildungsjahr. Die gesetzliche Mindestvergütung bei Ausbildungsbeginn 2026 liegt bei 724 €, 854 € und 977 € (§ 17 BBiG). Aktuelle Tarife im Bankgewerbe laut BERUFENET (Stand August 2026): 1.400 € bis 1.496 € im 1. Ausbildungsjahr. Bei Beginn 2027 liegt die Mindestvergütung bei 764 €, 902 € und 1.031 €.
Was verdient ein Bankkaufmann nach der Ausbildung?
Der Median für Fachkräfte in Vollzeit liegt bei 5.980 € brutto im Monat, für Beschäftigte unter 25 Jahren bei 4.007 € (Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Daten 2025).
Wie lange dauert die Ausbildung zum Bankkaufmann?
Drei Jahre (§ 2 BankkflAusbV). Auf gemeinsamen Antrag von dir und dem Betrieb kürzt die IHK, wenn zu erwarten ist, dass du das Ziel früher erreichst (§ 8 BBiG).
Brauche ich Abitur für die Ausbildung zum Bankkaufmann?
Nein. Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. 2024 hatten 60 % der Ausbildungsanfänger die Hochschulreife und 39 % einen mittleren Abschluss.
Welches Deutschniveau brauche ich für eine Ausbildung in der Bank?
Für die Ausbildung selbst gibt es kein gesetzliches Niveau, das legt die Bank fest. Für die Aufenthaltserlaubnis zur Ausbildungsplatzsuche (§ 17 AufenthG) brauchst du B1. Beim Visum nach § 16a wird B1 verlangt, wenn der Betrieb deine Sprachkenntnisse nicht geprüft hat und kein vorbereitender Deutschkurs geplant ist.
Kann ein Ukrainer mit § 24 die Ausbildung zum Bankkaufmann machen?
Ja. Die Aufenthaltserlaubnis nach § 24 ist ein Aufenthaltstitel, mit dem Erwerbstätigkeit erlaubt ist (§ 4a Abs. 1 AufenthG), und eine betriebliche Ausbildung zählt dazu. Ein Visum nach § 16a ist dafür nicht nötig.
Quellen
- BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025 (Stand 1. Oktober) · § 17 BBiG (Vergütungsanspruch und Mindestvergütung)
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: Bankkaufmann/-frau · BERUFENET: Bankkaufmann/-frau
- § 2 BankkflAusbV (Dauer) · § 8 BBiG (Verkürzung) · § 36 BBiG (Eintragung des Vertrags)
- § 17 AufenthG · § 16a AufenthG · § 18 AufenthG · § 18a AufenthG · § 24 AufenthG · § 4a AufenthG · § 2 AufenthG (Sprachniveaus)
- § 7 SGB IV · § 81 SGB III (Bildungsgutschein) · § 180 SGB III (Dauer der Umschulung)
- anabin: Datenbank der KMK zu ausländischen Bildungsabschlüssen · Make it in Germany: Ausbildung
Zuletzt geprüft: 16.10.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.