Gärtner/-in: Ausbildung, Fachrichtungen und Gehalt 2026

- Gärtner/-in ist eine dreijährige duale Ausbildung mit sieben Fachrichtungen. Die Fachrichtung wird ganz am Anfang gewählt und bestimmt, wo du arbeitest und was du verdienst.
- Einstiegsgehalt nach dem Abschluss: ungefähr 2.200 bis 2.800 Euro brutto im Monat. Mit Meister-Abschluss sind 3.500 Euro und mehr realistisch.
- Voraussetzungen: mindestens Hauptschulabschluss (9 Schuljahre) und Deutschkenntnisse ab B1. Körperliche Belastbarkeit ist Pflicht, da die Arbeit bei jedem Wetter draußen stattfindet.
- Ukrainer mit §24 können die Ausbildung ohne zusätzliche Genehmigungen beginnen. Nach dem Abschluss folgt §18a als vollwertige Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit.
Beruf Gärtner/-in in Deutschland: eine dreijährige duale Ausbildung mit sieben Fachrichtungen und echter Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Einstiegsgehalt nach dem Abschluss ungefähr 2.200 bis 2.800 Euro brutto im Monat. Der Einstieg ist mit einem Schulabschluss nach der 9. Klasse und Deutschkenntnissen ab B1 möglich.
Sieben Fachrichtungen: Was passt zu dir?
Gärtner/-in unterscheidet sich grundlegend von anderen grünen Berufen: Die Fachrichtung wird ganz am Anfang gewählt. Sie bestimmt, wo du arbeitest, womit du arbeitest und was du verdienst.
| Fachrichtung | Tätigkeiten | Mögliche Arbeitgeber |
|---|---|---|
| Garten- und Landschaftsbau | Planung und Anlage von Gärten, Parks und Außenanlagen | Landschaftsbaufirmen, kommunale Dienste |
| Zierpflanzenbau | Anbau von Zierpflanzen und Blumen | Gärtnereien, Gartencenter |
| Gemüsebau | Produktion von Gemüse im Freiland und in Gewächshäusern | Landwirtschaftliche Betriebe |
| Obstbau | Pflege von Obstgehölzen, Ernte | Obstbaubetriebe, Kooperativen |
| Friedhofsgärtnerei | Grabpflege, Blumenschmuck und Bepflanzung | Friedhöfe, Bestattungsdienste |
| Baumschule | Anzucht von Bäumen und Sträuchern | Baumschulen, Forstbetriebe |
| Staudengärtnerei | Mehrjährige Pflanzen, Produktion und Verkauf | Spezialisierte Gärtnereien |
Beim Gehalt und bei der Nachfrage liegt Garten- und Landschaftsbau vorn: Bauaufträge gibt es viele, qualifizierte Fachkräfte sind knapp. Wer noch unentschlossen ist, sollte genau hier anfangen zu suchen.
Vergütung während der Ausbildung
Die Vergütung richtet sich nach dem Tarifvertrag der IG BAU. Orientierungswerte für 2026 (je nach Bundesland und Betrieb unterschiedlich; vor Vertragsabschluss unbedingt nachfragen):
- 1. Ausbildungsjahr: 650 bis 800 Euro im Monat
- 2. Ausbildungsjahr: 700 bis 900 Euro im Monat
- 3. Ausbildungsjahr: 850 bis 1.050 Euro im Monat
Aktuelle Sätze findest du auf der Website der IG BAU oder direkt beim Ausbildungsbetrieb. Die Beträge werden jährlich angepasst. Was von der Vergütung netto übrig bleibt, zeigt der Azubi-Gehalt-Rechner.
Gehalt nach dem Abschluss
Ein frischer Geselle oder eine frische Gesellin im Garten- und Landschaftsbau verdient ungefähr 2.200 bis 2.800 Euro brutto im Monat. Mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen als Vorarbeiter oder Meister sind 3.500 Euro und mehr durchaus realistisch. In anderen Fachrichtungen liegt das Niveau etwas niedriger, insgesamt aber in einem Bereich, der mit dem deutschen Medianlohn gut mithalten kann.
Eine Obergrenze gibt es nicht: Der Meister Gärtner eröffnet den Weg in die Selbstständigkeit oder in die Leitung großer Projekte bei kommunalen Betrieben.
Voraussetzungen für die Bewerbung
Eine strikte Zugangshürde gibt es nicht. In der Praxis erwarten die meisten Betriebe:
- mindestens einen Hauptschulabschluss (9 Schuljahre)
- Deutschkenntnisse mindestens auf B1-Niveau; B2 ist ein echter Vorteil im Bewerbungsverfahren
- grundlegende körperliche Belastbarkeit, da die Arbeit bei jedem Wetter draußen stattfindet
- Bereitschaft für frühe Arbeitszeiten
Deutsch ist die eigentliche Hürde. Dokumentation, Kundenkontakt, Sicherheitsunterweisungen: alles auf Deutsch. Mit A2 kommen Bewerber kaum unter, und wenn, dann nur mit klar erkennbarer Motivation, schnell besser zu werden. Welche Berufe mit B1 realistisch sind, zeigt der Artikel Ausbildung mit B1: welche Berufe dich wirklich nehmen.
Der Weg für Ukrainer: Visa und Aufenthaltsstatus
Noch nicht in Deutschland: Zunächst wird ein Visum nach §17 AufenthG zur Ausbildungsplatzsuche benötigt. Nach Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags wird eine Aufenthaltserlaubnis nach §16a AufenthG für die gesamte Ausbildungsdauer beantragt. Das ist kein Studentenvisum. Die Ausbildung ist Arbeit und Schule zugleich.
Mit §24 (vorübergehender Schutz): Die Ausbildung kann ohne zusätzliche Genehmigungen begonnen werden. Nach erfolgreichem Abschluss wechselt man zu §18a, Fachkraft mit Berufsausbildung. Das ist eine vollwertige Aufenthaltserlaubnis zur Erwerbstätigkeit, mit dem Recht auf Arbeitgeberwechsel und weiteren Schritten zur Niederlassungserlaubnis. Was der Wechsel von §24 zu §16a bedeutet, rechnen wir im Artikel §24 und Ausbildung: lohnt sich der Wechsel zu §16a? durch. Die nächsten Schritte nach dem Abschluss beschreibt Aufenthaltserlaubnis nach der Ausbildung: §18a und der Weg zur Niederlassungserlaubnis.
Welche Unterlagen werden für die Bewerbung benötigt?
- Schulzeugnis: übersetzt und bei Bedarf apostilliert
- Lebenslauf auf Deutsch: kurz, klar, ohne Fülltext. Muster und Pflichtbausteine für Migranten findest du im Artikel Lebenslauf für die Ausbildung: Muster und 7 Pflichtbausteine.
- Motivationsschreiben: eine Seite, warum genau diese Fachrichtung. Die häufigsten Fehler beim Anschreiben listet Anschreiben für die Ausbildung mit B1: 3 Fehler, die fast alle machen.
- Kopie des Reisepasses und der Aufenthaltserlaubnis (falls vorhanden)
- Sprachzertifikat (Goethe, TestDaF, ÖSD): nicht überall Pflicht, stärkt die Bewerbung aber deutlich
Wo findet man einen Ausbildungsplatz?
Die meisten Plätze für den Ausbildungsbeginn im September des nächsten Jahres werden bereits im Januar und Februar ausgeschrieben. Nicht bis zum Sommer warten: gute Betriebe sind schnell vergeben.
- Ausbildungssuche auf arbeitsagentur.de mit dem Filter "Ausbildung Gärtner/-in"
- Indeed und Stepstone mit dem Filter "Ausbildung Gärtner"
- Websites regionaler Gartenbauverbände
- Berufsmessen in der eigenen Region
- Direkter Kontakt mit lokalen Gärtnereien: funktioniert oft besser als jedes Online-Portal
Strategie, Zeitplan und was nach 30 Absagen zu tun ist, erklärt der Artikel Ausbildungsplatz finden ohne Kontakte: Strategie, Zeitplan und was nach 30 Absagen zu tun ist.
FAQ
Welche Fachrichtungen gibt es bei der Gärtner-Ausbildung?
Es gibt sieben Fachrichtungen: Garten- und Landschaftsbau, Zierpflanzenbau, Gemüsebau, Obstbau, Friedhofsgärtnerei, Baumschule und Staudengärtnerei. Die Fachrichtung wird ganz am Anfang der Ausbildung gewählt und bestimmt, wo und womit man arbeitet. Beim Gehalt und bei der Nachfrage liegt Garten- und Landschaftsbau vorn.
Wie viel verdient man als Gärtner/-in nach der Ausbildung?
Ein frischer Geselle oder eine frische Gesellin im Garten- und Landschaftsbau verdient ungefähr 2.200 bis 2.800 Euro brutto im Monat. Mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen als Vorarbeiter oder Meister sind 3.500 Euro und mehr durchaus realistisch.
Welche Deutschkenntnisse brauche ich für die Gärtner-Ausbildung?
Die meisten Betriebe erwarten Deutschkenntnisse mindestens auf B1-Niveau. B2 ist ein echter Vorteil im Bewerbungsverfahren. Mit A2 kommen Bewerber kaum unter, da Dokumentation, Kundenkontakt und Sicherheitsunterweisungen auf Deutsch stattfinden. Welche Berufe mit B1 realistisch sind, zeigt der Artikel Ausbildung mit B1: welche Berufe dich wirklich nehmen.
Kann ich als Ukrainer mit §24 die Gärtner-Ausbildung beginnen?
Ja. Mit §24 (vorübergehender Schutz) kann die Ausbildung ohne zusätzliche Genehmigungen begonnen werden. Nach erfolgreichem Abschluss wechselt man zu §18a, Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft mit Berufsausbildung, mit dem Recht auf Arbeitgeberwechsel und weiteren Schritten zur Niederlassungserlaubnis.
Wann sollte ich mich für einen Gärtner-Ausbildungsplatz bewerben?
Die meisten Plätze für den Ausbildungsbeginn im September des nächsten Jahres werden bereits im Januar und Februar ausgeschrieben. Nicht bis zum Sommer warten: gute Betriebe sind schnell vergeben. Direkter Kontakt mit lokalen Gärtnereien funktioniert oft besser als jedes Online-Portal.
Quellen
- Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Ausbildungsdaten und Berufsinformationen
- IG BAU: Tarifverträge Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
- Bundesagentur für Arbeit: Ausbildung und Ausbildungssuche
- §16a AufenthG (Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung) · §18a AufenthG (Fachkraft mit Berufsausbildung)
Zuletzt geprüft: 17.09.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.