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Heilerziehungspfleger/-in: Ausbildung und Gehalt

Heilerzieherische Fachkraft begleitet eine Person mit Behinderung in einer Werkstatt
Foto: Unsplash
2 bis 3 Jahre
je nach Bundesland in Vollzeit an der Fachschule für Heilerziehungspflege
1.491 EUR
PiA im 1. Jahr, öffentlicher Dienst (TVAöD, ab 05/2026)
TVöD SuE
Tarifvertrag bei öffentlichen Trägern nach der Ausbildung
§24
Ukrainer können direkt starten, kein gesonderter Aufenthaltstitel nötig
Das Wichtigste in Kürze
  • Es ist eine schulische Ausbildung an Fachschulen oder Berufskollegs nach Landesrecht, keine duale Ausbildung nach BBiG. Je nach Bundesland gibt es sie auch praxisintegriert (PiA). Sie dauert 2 bis 3 Jahre in Vollzeit, in Teilzeit länger.
  • In der klassischen Fachschulform gibt es keine Vergütung, an manchen Schulen fällt Schulgeld an. In der PiA-Form im öffentlichen Dienst bekommst du ab 05/2026 brutto 1.490,69 EUR im ersten, 1.552,07 EUR im zweiten und 1.653,38 EUR im dritten Jahr.
  • Nach der Ausbildung zahlen öffentliche Träger nach TVöD SuE. Mit staatlicher Anerkennung startest du in der Regel in S 8a, Stufe 1: 3.509,44 EUR brutto im Monat.
  • Ukrainer mit §24 (vorübergehender Schutz) können direkt mit der Ausbildung beginnen. Wer eigens aus einem Drittstaat einreist, braucht §16a Abs. 2 AufenthG, nach dem Abschluss gilt §18a AufenthG.

Wie die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger aufgebaut ist

Es ist eine schulische Ausbildung an Fachschulen oder Berufskollegs nach Landesrecht, keine duale Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Du besuchst die Fachschule für Heilerziehungspflege und absolvierst Praxiseinsätze bei einem Träger: Wohnheime, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Tagesstätten.

Je nach Bundesland gibt es die Ausbildung auch in praxisintegrierter Form (PiA). Im öffentlichen Dienst bekommst du dafür ein Ausbildungsentgelt nach TVAöD.

Die Ausbildung dauert je nach Bundesland 2 bis 3 Jahre in Vollzeit, in Teilzeit länger. BERUFENET nennt insgesamt 2-6 Jahre. In Baden-Württemberg sind es zum Beispiel 3 Jahre.

Welche Voraussetzungen für die Ausbildung gelten

Die genauen Regeln legt das Bundesland oder die jeweilige Fachschule fest. Als Orientierung gelten diese Punkte:

  • Mittlerer Bildungsabschluss (Mittlere Reife): in der Regel die schulische Voraussetzung.
  • Berufsausbildung oder Berufserfahrung: dazu in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige einschlägige Berufstätigkeit.
  • Beispiel Baden-Württemberg: mittlerer Abschluss plus mindestens 1 Jahr Praxis oder eine einschlägige Berufsausbildung, dazu ausreichende Deutschkenntnisse.
  • Erweitertes Führungszeugnis: beantragst du bei der Meldebehörde (Bürgeramt) oder online beim Bundesamt für Justiz. Dafür brauchst du eine schriftliche Aufforderung des Trägers oder der Schule (§30a BZRG).

Was du während der Ausbildung verdienst, Jahr für Jahr

Ein wichtiger Punkt, den viele übersehen: Was du bekommst, hängt von der Ausbildungsform ab. In der klassischen Fachschulform gibt es keine Vergütung. An manchen Schulen zahlst du sogar Schulgeld, Aufnahme- und Prüfungsgebühren. Praktikumsphasen werden teilweise vergütet.

In der PiA-Form im öffentlichen Dienst gilt der TVAöD, Besonderer Teil Pflege. Er nennt praxisintegrierte Ausbildungsgänge zur Heilerziehungspflege ausdrücklich. Das gilt bei Arbeitgebern im TVöD-Bereich und bei Trägern, die sich daran anlehnen. Kirchliche Träger zahlen nach eigenen Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). So sieht der Unterschied aus:

Fachschule (klassisch)PiA, öffentlicher Dienst (TVAöD, ab 05/2026)
1. Jahrkeine Vergütung, ggf. Schulgeld1.490,69 EUR brutto
2. Jahrkeine Vergütung, ggf. Schulgeld1.552,07 EUR brutto
3. Jahrkeine Vergütung, ggf. Schulgeld1.653,38 EUR brutto
Tarifbindungneinja, beim TVöD-Arbeitgeber

Wo für die staatliche Anerkennung ein Berufspraktikum vorgeschrieben ist, bekommst du dafür in kommunalen Einrichtungen 1.952 EUR im Monat (TVPöD, ab 01.05.2026).

Wichtig vor dem Vertragsschluss Bevor du dich anmeldest oder einen Vertrag mit dem Träger unterschreibst: Frag nach, ob Schulgeld anfällt und nach welchem Tarif der Träger zahlt.

Vom PiA-Entgelt gehen Sozialversicherungsbeiträge ab, je nach Steuerklasse auch etwas Lohnsteuer. Den Nettobetrag rechnest du mit dem Azubi-Gehalts-Rechner durch. Einen Überblick über Vergütungen in anderen Berufen bietet der Artikel Ausbildungsvergütung 2026: Gehälter nach Beruf im Überblick.

Gehalt nach der Ausbildung

Bei öffentlichen Trägern richtet sich alles nach dem Tarifvertrag TVöD SuE (Sozial- und Erziehungsdienst). Heilerziehungspfleger mit staatlicher Anerkennung kommen in der Regel in die Entgeltgruppe S 8a, bei besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten in S 8b.

Die Tabelle gilt vom 01.05.2026 bis 31.03.2027. In Stufe 1 sind das 3.509,44 EUR brutto im Monat in S 8a und 3.578,87 EUR in S 8b. Alle Stufen findest du in der Entgelttabelle TVöD SuE 2026.

Caritas und Diakonie zahlen nach eigenen Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). Private Träger zahlen unterschiedlich. Vor der Unterschrift: Prüf, ob überhaupt ein Tarifvertrag gilt.

Quereinstieg: Ist das möglich?

Ja. Wer eine verwandte Berufsausbildung mitbringt, zum Beispiel als Altenpfleger, Erzieher oder in der Gesundheits- und Krankenpflege, kann sich Teile gegebenenfalls anrechnen lassen. Die genauen Bedingungen legt die Fachschule fest. Frag gezielt nach der Anrechnung von Vorleistungen.

Ohne Berufsausbildung oder Praxis im sozialen Bereich wird es schwieriger: In vielen Ländern ist eines von beidem Voraussetzung. Was genau zählt, sagt dir die Fachschule. Einen verwandten Beruf im sozialen Bereich stellt der Artikel Pflegefachmann und Pflegefachfrau 2026: Gehalt, B2-Pflicht und Voraussetzungen für Ausländer vor.

Ausbildung für Ukrainer: Aufenthaltsstatus und Formalitäten

Wer sich mit vorübergehendem Schutz nach §24 AufenthG in Deutschland aufhält, kann direkt starten. Mit der Aufenthaltserlaubnis nach §24 ist Erwerbstätigkeit erlaubt (§4a Abs. 1 AufenthG); ein gesonderter Titel für die Ausbildung ist nicht nötig.

Wer aus einem Drittland eigens für eine Ausbildung einreist, benötigt eine Aufenthaltserlaubnis nach §16a Abs. 2 AufenthG (schulische Berufsausbildung). Nach erfolgreichem Abschluss führt der Hauptweg zur Arbeitserlaubnis über §18a AufenthG (Fachkraft mit Berufsausbildung). Den Weg nach dem Abschluss erklärt der Artikel Aufenthaltserlaubnis nach der Ausbildung: §18a, §9 und der Weg zur Niederlassungserlaubnis.

AufenthaltsstatusAusbildung möglich?Hinweis
§24 AufenthG (vorübergehender Schutz, Ukraine) Ja, direkt Erwerbstätigkeit ist erlaubt (§4a Abs. 1 AufenthG). Kein gesonderter Titel nötig. Den Unterschied zu §16a erklärt der Artikel §24 und Ausbildung: lohnt sich der Wechsel zu §16a?
§16a Abs. 2 AufenthG (schulische Berufsausbildung) Ja, nach Erteilung Für Drittstaatsangehörige, die eigens für eine Ausbildung nach Deutschland kommen. Der vollständige Weg steht im Guide Ausbildung in Deutschland für Ausländer 2026.
§18a AufenthG nach dem Abschluss Ja, als Fachkraft Hauptweg zur Arbeitserlaubnis nach erfolgreich abgeschlossener anerkannter Berufsausbildung.

FAQ

Wie lange dauert die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger?

Je nach Bundesland 2 bis 3 Jahre in Vollzeit, in Teilzeit länger. In Baden-Württemberg sind es zum Beispiel 3 Jahre.

Was verdienen Auszubildende während der Praxis?

In der klassischen Fachschulform gibt es keine Vergütung, an manchen Schulen fällt sogar Schulgeld an. In der praxisintegrierten Form (PiA) im öffentlichen Dienst bekommst du ab 05/2026 brutto 1.490,69 EUR im ersten, 1.552,07 EUR im zweiten und 1.653,38 EUR im dritten Jahr.

Wie hoch ist das Gehalt nach der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger?

Bei öffentlichen Arbeitgebern gilt der Tarifvertrag TVöD SuE (Sozial- und Erziehungsdienst). Mit staatlicher Anerkennung kommst du in der Regel in die Entgeltgruppe S 8a. In Stufe 1 sind das 3.509,44 EUR brutto im Monat (Tabelle gültig ab 01.05.2026).

Braucht man Abitur für die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger?

Nein. In der Regel brauchst du einen mittleren Bildungsabschluss und dazu eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Berufserfahrung.

Kann man ohne Erfahrung im sozialen Bereich mit der Ausbildung beginnen?

Meist nicht direkt. In vielen Bundesländern ist eine Berufsausbildung oder Praxiserfahrung Voraussetzung. Was genau zählt und was angerechnet wird, legt die Fachschule fest.

Quellen

Zuletzt geprüft: 14.10.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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