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Pflegefachmann und Pflegefachfrau 2026: Gehalt, B2-Pflicht und Voraussetzungen für Ausländer

Pflegefachkraft in Arbeitskleidung hält Klemmbrett in einer Krankenhausflur
Foto: Unsplash
1.190-1.510 €
Vergütung brutto im Monat während der Ausbildung (1.-3. Jahr, 2026)
2.800-3.500 €
Einstiegsgehalt brutto nach dem Abschluss als Pflegefachkraft
B2 Pflicht
Sprachniveau nach Pflegeberufegesetz: B1 reicht nicht
3 Jahre
Ausbildungsdauer mit Theorie in der Schule und Praxis im Betrieb
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Pflegeausbildung dauert drei Jahre und wird ab dem ersten Tag vergütet: 1.190 bis 1.510 Euro brutto im Monat je nach Ausbildungsjahr und Träger.
  • Einstiegsgehalt als Pflegefachkraft: 2.800 bis 3.500 Euro brutto, mit Nachtdiensten und Zulagen bis 4.000 Euro und mehr.
  • B2 ist Pflicht nach dem Pflegeberufegesetz: B1 reicht nicht für Patientendokumentation, Gespräche mit Angehörigen und schriftliche Prüfungen.
  • Ukrainer mit §24 AufenthG können die Ausbildung ohne Statuswechsel absolvieren. Nach dem Abschluss öffnet §18a AufenthG den Weg zur Fachkraft-Aufenthaltserlaubnis.

Pflegefachmann und Pflegefachfrau: So heißt der Beruf der Krankenschwester bzw. des Krankenpflegers in Deutschland seit der Reform von 2020 offiziell. Drei Jahre Ausbildung mit Vergütung ab dem ersten Tag, zwischen 1.190 und 1.510 Euro im Monat, je nach Ausbildungsjahr. Einstiegsgehalt nach dem Abschluss: 2.800 bis 3.500 Euro brutto, dazu ein direkter Weg zur qualifizierten Aufenthaltserlaubnis. Und eine Voraussetzung, die viele übersehen: B2 ist Pflicht. B1 reicht nicht.

Gehalt während der Ausbildung 2026

Die Ausbildung in der Pflege ist eine reguläre Anstellung mit Vertrag. Der Arbeitgeber zahlt jeden Monat, alle drei Jahre.

AusbildungsjahrVergütung brutto (Richtwerte nach Tarifverträgen 2026)
1. Jahr1.190 bis 1.340 Euro
2. Jahr1.252 bis 1.410 Euro
3. Jahr1.353 bis 1.510 Euro

Öffentliche Kliniken und soziale Einrichtungen nach TVöD zahlen im oberen Bereich der Spanne. Private Träger liegen in der Regel etwas darunter. Den genauen Betrag findest du im Ausbildungsvertrag: Schau ihn dir vor der Unterschrift genau an.

Nach dem Abschluss liegt das Einstiegsgehalt als Pflegefachkraft bei etwa 2.800 bis 3.500 Euro brutto im Monat. Mit Spezialisierung, Nachtdiensten und Zulagen sind 4.000 Euro und mehr möglich.

Warum B2 wirklich nötig ist

Wichtig: B1 reicht für die Pflegeausbildung nicht Nach dem Pflegeberufegesetz und den Vorgaben der meisten Bundesländer ist für die Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau B2 erforderlich. Wer Bewerbungen mit B1 verschickt, riskiert, mitten in der Ausbildung an den Prüfungen zu scheitern.

Das ist das häufigste Missverständnis in diesem Bereich. In Stellenanzeigen und in Chats rund um die Ausbildung liest man immer wieder, B1 sei ausreichend. Das stimmt nicht.

Der Grund ist ganz praktisch: Die Ausbildung umfasst das Führen von Patientendokumentation, Gespräche mit Patienten und deren Angehörigen, die Teilnahme an Visiten mit Ärzten sowie theoretische Prüfungen. Mit B1 ist das alles schwer zu bewältigen, besonders die schriftlichen Teile.

Manche Arbeitgeber nehmen Bewerberinnen und Bewerber mit B1 an und gehen davon aus, dass sie sich in ein paar Monaten steigern. Das ist ein Risiko für die Kandidaten selbst: Wer die Prüfungen nicht besteht, verliert Ausbildungsplatz und Zeit.

Ein praktischer Hinweis: Bringe dein Deutsch erst auf B2 und hol dir das anerkannte Zertifikat, bevor du Bewerbungen verschickst. Sechs Monate Spracharbeit jetzt sind besser als ein Scheitern in der Mitte der Ausbildung.

Voraussetzungen für ausländische Bewerber

Unterlagen:

  1. Schulabschluss, der in Deutschland anerkannt wird. Für Ukrainerinnen und Ukrainer wird das Zeugnis der vollständigen Sekundarschulbildung in der Regel ohne zusätzliche Anerkennung akzeptiert.
  2. Ausbildungsvertrag mit dem Arbeitgeber. Ohne den geht nichts.
  3. B2-Zertifikat: Goethe-Institut, telc, OSD oder ein gleichwertiger Nachweis.
  4. Ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung für die Arbeit in der Pflege (Gesundheitszeugnis). Die genauen Anforderungen variieren je nach Arbeitgeber: Frag vorher nach.
  5. Ein passender Aufenthaltstitel.

Aufenthaltsstatus und Visum:

Ukrainerinnen und Ukrainer mit vorübergehendem Schutz nach §24 AufenthG können die Ausbildung absolvieren, ohne ihren Status zu wechseln. Ein Umstieg auf §16a ist nicht notwendig, aber möglich: §16a ist der reguläre Aufenthaltstitel für die Dauer der Ausbildung für alle, die eigens dafür nach Deutschland kommen.

Nach erfolgreichem Abschluss eröffnet sich §18a AufenthG: ein Aufenthaltstitel für Fachkräfte mit Berufsausbildung. Das ist ein Arbeitsstatus mit Perspektive auf die Niederlassungserlaubnis nach §9 AufenthG. Wie die Ausbildung insgesamt für Ausländer abläuft und welcher Weg der richtige ist, liest du im Hauptguide Ausbildung in Deutschland für Ausländer 2026.

Wie die Ausbildung aufgebaut ist

Drei Jahre im kombinierten Format: Theorie in der Pflegeschule und Praxis beim Ausbildungsbetrieb. Die Praxisstationen wechseln: Krankenhaus, Pflegeheim, ambulanter Pflegedienst.

Seit der Reform von 2020 ist die Ausbildung generalistisch ausgerichtet. In den ersten beiden Jahren lernt man die Pflege von Erwachsenen, Kindern und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Im dritten Jahr wählt man eine Vertiefung. Nach dem Abschluss bist du nicht auf einen Bereich festgelegt: Ein Wechsel innerhalb des Berufsfeldes ist ohne Umschulung möglich.

Womit man anfangen sollte

Der Fachkräftemangel in der Pflege in Deutschland ist real. Es gibt freie Stellen, und Arbeitgeber suchen aktiv nach Kandidaten. Ohne B2 ziehen die meisten Betriebe Bewerbungen jedoch gar nicht erst in Betracht: Das Risiko beim Prüfungsversagen ist ihnen zu hoch.

  1. Zuerst die Sprache: Bringe dein Deutsch auf B2 und leg eine zertifizierte Prüfung ab.
  2. Ausbildungsplatz suchen: Über die offizielle Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, direkt auf den Websites der Kliniken oder über Pflegeportale.
  3. Bewerbung vorbereiten: Lebenslauf, Motivationsschreiben, Kopie des Sprachzertifikats und Schulzeugnis.
  4. Nach Erhalt eines Angebots: Status bei der Ausländerbehörde klären und den Vertrag unterzeichnen.

FAQ

Wie viel verdient man während der Pflegeausbildung 2026?

Nach Tarifverträgen 2026 liegt die Vergütung im 1. Jahr bei 1.190 bis 1.340 Euro brutto, im 2. Jahr bei 1.252 bis 1.410 Euro brutto und im 3. Jahr bei 1.353 bis 1.510 Euro brutto. Öffentliche Kliniken nach TVöD zahlen im oberen Bereich der Spanne. Den genauen Betrag findest du im Ausbildungsvertrag.

Reicht B1 für die Pflegeausbildung in Deutschland?

Nein. Nach dem Pflegeberufegesetz und den Vorgaben der meisten Bundesländer ist B2 erforderlich. Die Ausbildung umfasst Patientendokumentation, Gespräche mit Patienten und Angehörigen sowie schriftliche Prüfungen: Mit B1 ist das alles schwer zu bewältigen. Wer B1 mitbringt, riskiert, die Prüfungen nicht zu bestehen und den Ausbildungsplatz zu verlieren.

Welche Unterlagen brauche ich als Ausländer für die Pflegeausbildung?

Benötigt werden: ein in Deutschland anerkannter Schulabschluss, ein Ausbildungsvertrag mit dem Arbeitgeber, ein B2-Zertifikat (Goethe-Institut, telc, OSD oder gleichwertig), eine ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung und ein passender Aufenthaltstitel.

Können Ukrainer mit §24 die Pflegeausbildung machen?

Ja. Ukrainerinnen und Ukrainer mit vorübergehendem Schutz nach §24 AufenthG können die Ausbildung absolvieren, ohne ihren Status zu wechseln. Ein Umstieg auf §16a ist nicht notwendig, aber möglich: §16a ist der reguläre Ausbildungsaufenthaltstitel für alle, die eigens dafür nach Deutschland kommen.

Was ist nach der Pflegeausbildung aufenthaltsrechtlich möglich?

Nach erfolgreichem Abschluss eröffnet sich §18a AufenthG: ein Aufenthaltstitel für Fachkräfte mit Berufsausbildung, mit Perspektive auf die Niederlassungserlaubnis nach §9 AufenthG.

Wie ist die Pflegeausbildung aufgebaut?

Drei Jahre im kombinierten Format: Theorie in der Pflegeschule und Praxis beim Ausbildungsbetrieb. Seit der Reform von 2020 ist die Ausbildung generalistisch ausgerichtet. In den ersten beiden Jahren lernt man die Pflege von Erwachsenen, Kindern und Menschen mit psychischen Erkrankungen, im dritten Jahr wählt man eine Vertiefung. Nach dem Abschluss ist ein Wechsel innerhalb des Berufsfeldes ohne Umschulung möglich.

Quellen

Zuletzt geprüft: 07.08.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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