Deutschland gecheckt

Mechatroniker: Ausbildung und Gehalt für Ausländer

Mechatroniker bei der Arbeit an einer Maschine in einer Produktionshalle
Foto: Unsplash
724 €
Mindest-Ausbildungsvergütung im 1. Ausbildungsjahr (Ausbildungsbeginn 2026)
3,5 Jahre
Ausbildungsdauer laut Ausbildungsverordnung, Verkürzung auf gemeinsamen Antrag möglich
4.105 €
Median brutto im Monat in Vollzeit nach der Ausbildung (Entgeltatlas, Datenstand 2025)
§16a / §18a
Aufenthaltstitel bei Einreise zur Ausbildung und danach; mit §24 ist kein Wechsel nötig
Das Wichtigste in Kürze
  • Mindestausbildungsvergütung bei Ausbildungsbeginn 2026: 724 Euro brutto im ersten Jahr, 1.014 Euro in den letzten sechs Monaten (§17 BBiG). Tarifliche Beispiele laut BERUFENET für das 1. Jahr: 1.243 bis 1.373 Euro in der Industrie, 800 bis 1.140 Euro im Handwerk.
  • Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre im dualen System, die Abschlussprüfung hat zwei Teile. Verkürzen kann die IHK oder HWK auf gemeinsamen Antrag von dir und dem Betrieb (§8 BBiG).
  • Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben. Als wichtige Schulfächer nennt BERUFENET Mathematik, Informatik, Physik und Werken/Technik.
  • Ukrainer mit §24 können die Ausbildung ohne Wechsel des Aufenthaltstitels machen. Nach dem Abschluss kommt §18a AufenthG in Frage, eine Niederlassungserlaubnis für Fachkräfte frühestens nach 2 Jahren (§18c).

Ausbildungsvergütung Mechatroniker 2026

Die Mindestausbildungsvergütung für Mechatroniker liegt bei Ausbildungsbeginn 2026 bei 724 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr und steigt auf 1.014 Euro in den letzten sechs Monaten. Das ist der gesetzliche Mindestsatz nach §17 BBiG, er gilt für deinen Vertrag die ganze Ausbildung lang. Ist dein Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden, gilt die tarifliche Vergütung, auch wenn sie unter dem gesetzlichen Mindestsatz liegt (§17 Abs. 3 BBiG).

Vom Bruttobetrag gehen Sozialversicherungsbeiträge ab. Wie viel netto genau von deiner Vergütung übrig bleibt, zeigt der Azubi-Gehalts-Rechner.

Vergütung nach Ausbildungsjahr

Wie viel du mindestens bekommst, hängt davon ab, in welchem Jahr deine Ausbildung beginnt. Die folgende Tabelle zeigt die Bruttobeträge für drei verschiedene Startjahre:

AusbildungsabschnittStart 2025Start 2026Start 2027
1. Ausbildungsjahr682 €724 €764 €
2. Ausbildungsjahr805 €854 €902 €
3. Ausbildungsjahr921 €977 €1.031 €
4. Jahr (letzte 6 Monate)955 €1.014 €1.070 €
Hinweis: das sind Mindestsätze Die Tabelle zeigt gesetzliche Mindestsätze nach §17 BBiG für Ausbildungsbeginn 2025, 2026 und 2027. Tarifliche Beispiele laut BERUFENET, je nach Bundesland: im 1. Jahr 1.243 bis 1.373 € in der Industrie und 800 bis 1.140 € im Handwerk, im 4. Jahr 1.461 bis 1.563 € in der Industrie und 1.014 bis 1.390 € im Handwerk. Frag vor der Unterschrift, welcher Tarifvertrag in deinem Betrieb gilt.

Gehalt nach der Ausbildung

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das mittlere Bruttogehalt (Median) für Mechatroniker/innen in Vollzeit bei 4.105 € im Monat. Ein Viertel verdient weniger als 3.407 €, ein Viertel mehr als 4.922 € (Datenstand 2025, Deutschland). Zwischen den Bundesländern gibt es Unterschiede, zum Beispiel 4.907 € in Hamburg und 4.063 € in Niedersachsen. Einen Überblick über Gehälter in verschiedenen Ausbildungsberufen bietet der Artikel Ausbildungsvergütung 2026: Gehälter nach Beruf im Überblick.

Dauer und Voraussetzungen

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre (§2 MechatronikerAusbV), du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die Abschlussprüfung besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen, Teil 1 soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden. Verkürzen kann die IHK oder HWK, wenn du und der Betrieb das gemeinsam beantragen und zu erwarten ist, dass du das Ziel in kürzerer Zeit erreichst (§8 BBiG).

Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor, das bestätigt auch BERUFENET. Welche Abschlüsse ein Betrieb erwartet, entscheidet er selbst. Als wichtige Schulfächer nennt BERUFENET Mathematik, Informatik, Physik und Werken/Technik.

Was ausländische Bewerber mitbringen sollten:

  • Schulzeugnis, bei Bedarf mit deutscher Übersetzung
  • Deutschkenntnisse: Ein festes Niveau schreibt das Gesetz für die Ausbildung nicht vor. Wer dafür eine Aufenthaltserlaubnis nach §16a braucht, muss in der Regel B1 nachweisen, außer die Sprachkenntnisse werden anders geprüft oder ein vorbereitender Deutschkurs ist eingeplant (§16a Abs. 3, §2 Abs. 11 AufenthG)
  • Einen Aufenthaltstitel, der Erwerbstätigkeit erlaubt (zum Beispiel §24), oder eine Aufenthaltserlaubnis nach §16a, die in der Regel die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit voraussetzt
  • Für Minderjährige: Zustimmung der Eltern zum Vertragsabschluss (§108 BGB)

Laut BERUFENET kommt es auf technisches Verständnis, Geschicklichkeit, Umsicht und Sorgfalt an. Den Ausbildungsvertrag meldet der Arbeitgeber bei der IHK oder HWK an (§36 BBiG), der Azubi selbst muss dafür nirgendwo hingehen. Den vollständigen Weg in die Ausbildung beschreibt der Guide Ausbildung in Deutschland für Ausländer 2026.

Kann ein Quereinsteiger diese Ausbildung machen?

Ja, das BBiG kennt keine Altersgrenze. Erwachsene schließen den Ausbildungsvertrag zu denselben Bedingungen wie Schulabgänger ab. Wer bereits Erfahrung in Technik, Mechanik oder Elektronik hat, kann zusammen mit dem Betrieb beantragen, dass die IHK oder HWK die Ausbildungsdauer nach §8 BBiG verkürzt.

Ein kompletter Neustart ist ebenfalls möglich: Für Erwachsene gelten dieselben Regeln des BBiG wie für Schulabgänger, auch bei der Vergütung.

Ausbildung für Ukrainer: Aufenthaltsrecht und nächste Schritte

Ukrainer mit vorübergehendem Schutz nach §24 AufenthG können eine Ausbildung beginnen, ohne den Aufenthaltstitel zu wechseln. Jeder Aufenthaltstitel erlaubt die Erwerbstätigkeit, solange kein Gesetz sie verbietet (§4a Abs. 1 AufenthG), die frühere Sonderregel in §24 Abs. 6 ist weggefallen. Ein Wechsel auf §16a ist möglich, aber keine Pflicht.

Nach erfolgreichem Abschluss kann eine Aufenthaltserlaubnis nach §18a AufenthG (Fachkraft mit Berufsausbildung) für eine qualifizierte Beschäftigung erteilt werden. Mit einer Ausbildung in Deutschland ist die Niederlassungserlaubnis für Fachkräfte frühestens nach 2 Jahren mit diesem Titel möglich, wenn die übrigen Bedingungen erfüllt sind, zum Beispiel 24 Monate Rentenbeiträge und Deutsch auf B1 (§18c Abs. 1 AufenthG). Den genauen Ablauf beschreibt der Artikel Aufenthaltserlaubnis nach der Ausbildung: §18a, §9 und der Weg zur Niederlassungserlaubnis.

FAQ

Wie viel bekommt man im ersten Ausbildungsjahr als Mechatroniker?

Mindestens 724 Euro brutto bei Ausbildungsbeginn 2026 (§17 BBiG). Tarifliche Beispiele laut BERUFENET: 1.243 bis 1.373 Euro in der Industrie, 800 bis 1.140 Euro im Handwerk. Netto gehen davon die Sozialversicherungsbeiträge ab.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Mechatroniker?

3,5 Jahre (§2 MechatronikerAusbV). Auf gemeinsamen Antrag von dir und dem Betrieb kann die IHK oder HWK die Dauer verkürzen, wenn du das Ziel voraussichtlich schneller erreichst (§8 BBiG).

Kann man die Ausbildung ohne deutschen Schulabschluss machen?

Ja. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, der Betrieb entscheidet. Wer für die Ausbildung erst eine Aufenthaltserlaubnis nach §16a braucht, bekommt sie in der Regel, wenn die Bundesagentur für Arbeit zugestimmt hat (§16a Abs. 1 AufenthG).

Wird man mit Hauptschulabschluss zur Ausbildung zugelassen?

Ja, rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Welche Abschlüsse ein Betrieb erwartet, entscheidet er selbst. BERUFENET nennt Mathematik, Informatik, Physik und Werken/Technik als wichtige Schulfächer.

Welche Aufenthaltserlaubnis braucht ein Ukrainer für die Ausbildung zum Mechatroniker?

Mit §24 AufenthG kannst du die Ausbildung ohne Wechsel machen, weil der Titel die Erwerbstätigkeit erlaubt (§4a Abs. 1 AufenthG). Ein Wechsel auf §16a ist möglich, aber keine Pflicht. Nach dem Abschluss kommt §18a AufenthG als Fachkraft mit Berufsausbildung in Frage.

Quellen

Zuletzt geprüft: 20.10.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Weiterlesen