Projektarbeit / Präsentation in der Ausbildung 2026: Beispiel Büroformen

- Präsentationen begegnen dir an zwei Stellen: in der Berufsschule innerhalb der Lernfelder und in der Abschlussprüfung. Bei Büromanagement ist die Prüfungsleistung die Fachaufgabe in der Wahlqualifikation, nicht eine freie Präsentation.
- Achtung beim Wort Projektarbeit: Eine echte betriebliche Projektarbeit mit Antrag, Dokumentation und Präsentation gibt es bei IT-Berufen. Bei Büromanagement heißt es Fachaufgabe in der Wahlqualifikation mit Fachgespräch von etwa 20 Minuten.
- Jede gute Präsentation hat drei Teile: Einleitung mit Ziel, Hauptteil mit roter Faden, Schluss mit Empfehlung. Plus Timing, Visualisierung und freier Vortrag.
- Mein Beispiel ist eine Schulpräsentation zum Thema Büroformen: sieben Typen, eine Vergleichstabelle mit Vorteilen und Nachteilen, am Ende eine begründete Empfehlung.
Wo kommen Präsentationen und Projekte in der Ausbildung vor?
An zwei klar getrennten Orten. Erstens in der Berufsschule: Der Unterricht ist nach Lernfeldern aufgebaut, und Präsentationen oder Projektarbeiten sind dort Methode und Leistungsnachweis. Zweitens in der Abschlussprüfung: Bei Kaufleuten für Büromanagement ist das die Fachaufgabe in der Wahlqualifikation mit einem Fachgespräch, nicht eine frei gewählte Präsentation. Beides will geübt sein, aber es zählt unterschiedlich.
In der Schule bewertest du deine eigene Präsentation oft anhand eines Kriterienkatalogs (so steht es im KMK-Rahmenlehrplan). In der Prüfung dagegen geht es um eine konkrete betriebliche Aufgabe. Wer beides verwechselt, übt das Falsche.
Projektarbeit oder Fachaufgabe: was bei Büromanagement wirklich gilt
Bei Büromanagement heißt es nicht Projektarbeit. Eine echte betriebliche Projektarbeit, mit Projektantrag, schriftlicher Dokumentation und anschließender Präsentation, gibt es bei den IT-Berufen wie Fachinformatiker. Bei Kaufleuten für Büromanagement heißt der Prüfungsbereich in Teil 2 der Abschlussprüfung Fachaufgabe in der Wahlqualifikation.
| Format | Wo | Wie es abläuft |
|---|---|---|
| Präsentation im Lernfeld | Berufsschule | Unterrichtsmethode und Leistungsnachweis. Du stellst ein Thema vor (zum Beispiel Büroformen), oft mit Folien und Bewertung nach Kriterienkatalog. |
| Fachaufgabe in der Wahlqualifikation | Abschlussprüfung Teil 2 (Büromanagement) | Fallbezogenes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten. In der Report-Variante schreibst du vorab zwei Reports von je maximal drei Seiten, einer wird Grundlage des Gesprächs. Die Reports selbst werden nicht benotet. |
| Betriebliche Projektarbeit | IT-Berufe (nicht Büromanagement) | Projektantrag, Dokumentation und Präsentation mit Fachgespräch. Das ist ein anderer Beruf und eine andere Verordnung, nicht zu verwechseln. |
Rechtsgrundlage für Büromanagement ist die neue Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Büromanagement (BüroMKfAusbV), die seit dem 01.08.2025 gilt und die Fassung von 2013 ablöst. Der Inhalt zur Fachaufgabe bleibt gleich: Fachgespräch von etwa 20 Minuten, zwei Durchführungsvarianten (Report oder klassische Fachaufgabe).
Kriterien einer guten Präsentation
Gut bewertet wird, was klar, strukturiert und frei vorgetragen ist. Egal ob Schule oder Prüfung, die gleichen Grundregeln gelten. Hier die sieben Punkte, auf die Lehrkräfte und Prüfer am meisten achten:
- Dreiteilung. Einleitung (Thema, Ziel, warum es wichtig ist), Hauptteil (die Sache selbst), Schluss (Fazit, Empfehlung, Ausblick).
- Roter Faden. Eine logische, nachvollziehbare Reihenfolge, die der Zuhörer ohne Anstrengung folgen kann.
- Timing. Die vorgegebene Zeit einhalten. Schon die Einleitung sollte knapp bleiben, etwa 10 bis 15 Prozent.
- Visualisierung. Grafiken, Tabellen, prägnante Folien statt Textwüsten. Ein Bild pro Aussage reicht.
- Freier Vortrag. So lange üben, bis du ohne Ablesen sicher sprichst. Karteikarten ja, ganze Sätze ablesen nein.
- Adressatengerecht. Fachbegriffe erklären, Relevanz zeigen, auf das Publikum eingehen.
- Quellen am Ende. Eine kurze Quellenfolie zeigt, dass du sauber recherchiert hast.
Beispiel: so habe ich meine Präsentation zu Büroformen aufgebaut

Das Thema Büroformen ist dankbar. Es ist fachlich genau richtig für Büromanagement, lässt sich gut in einer Tabelle vergleichen und endet logisch mit einer Empfehlung. So sah meine Gliederung aus, du kannst sie eins zu eins übernehmen:
- Einleitung. Was ist eine Büroform, warum ist das überhaupt relevant (Kosten, Konzentration, Zusammenarbeit, Gesundheit)? Ziel der Präsentation in einem Satz.
- Die Typen. Nacheinander Zellenbüro, Großraumbüro, Gruppenbüro, Kombibüro, Open Space, non-territoriales Büro und reversibles Smart Office. Je ein kurzer Satz zur Definition.
- Vergleich. Die große Tabelle mit Vorteilen und Nachteilen (siehe unten). Das ist das Herzstück und der Teil, den die Zuhörer mitnehmen.
- Fazit und Empfehlung. Es gibt nicht die eine beste Büroform: Es kommt auf Tätigkeit, Budget und Team an. Für ein kleines Büro mit Konzentration plus Austausch empfehle ich das Kombibüro.
- Quellen. Eine Folie mit den verwendeten Quellen.
Tabelle: Büroformen mit Vorteilen und Nachteilen
Das ist die zentrale Folie aus meinem Beispiel. Kleine Einordnung vorweg: Zellen-, Gruppen-, Kombi- und Großraumbüro sind klassische Raumtypen, Open Space, non-territoriales Büro und reversibles Smart Office sind eher Nutzungs- und Planungskonzepte. Beides gehört in eine vollständige Präsentation.
| Büroform | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Zellenbüro (Einzel- oder Mehrpersonenraum, abgeschlossen) | Hohe Konzentration, Vertraulichkeit, Licht und Klima individuell regelbar | Geringe Flächeneffizienz, teuer, wenig spontaner Austausch |
| Großraumbüro (viele Plätze in einem Raum) | Flächeneffizient, kurze Wege, gute Kommunikation | Hoher Geräuschpegel, kaum Privatsphäre, schwer abzuschalten |
| Gruppenbüro (Raum für etwa zwei bis fünf Personen) | Enge Teamarbeit, schnelle Abstimmung und Vertretung | Störung durch Gespräche, wenig Kontrolle über Lärm und Klima |
| Kombibüro (kleine Zellen plus gemeinsame Mittelzone) | Verbindet Konzentration der Zelle mit Kommunikation der Gemeinschaftsfläche | Höherer Flächen- und Planungsaufwand, höhere Kosten |
| Open Space (offene Bürolandschaft mit Zonen) | Flexible Zonenwahl je nach Tätigkeit, fördert Austausch | Lärm und Ablenkung, Rückzug nur in separaten Zonen |
| Non-territoriales Büro / Desk Sharing (keine festen Plätze) | Weniger Arbeitsplätze nötig, spart Fläche und Kosten | Kein persönlicher Platz, Clean-Desk-Pflicht, Akzeptanzfrage |
| Reversibles Büro / Smart Office (flexibel umbaubar, vernetzt) | Schnell an neue Teamgrößen anpassbar, zukunftssicher | Höhere Anfangsinvestition, Technikabhängigkeit, Akustik und Datenschutz |
Mini-Checkliste: so baust du deine eigene Präsentation
Folge dieser Reihenfolge, dann verzettelst du dich nicht. Die Checkliste passt für jede Schulpräsentation und hilft auch bei der Vorbereitung auf das Fachgespräch:
- Thema eingrenzen. Lieber wenige Punkte gut als viele oberflächlich. Bei Büroformen reichen die sieben Typen plus eine Empfehlung.
- Ziel in einem Satz. Was soll der Zuhörer am Ende wissen oder können? Diesen Satz nennst du in der Einleitung.
- Struktur skizzieren. Einleitung, Hauptteil, Schluss, dann erst Folien bauen, nicht umgekehrt.
- Eine Kernfolie bauen. Bei mir war das die Vergleichstabelle. Sie trägt die ganze Präsentation.
- Quellen sammeln. Notiere von Anfang an, woher deine Fakten stammen. Eine Quellenfolie gehört dazu.
- Laut üben, frei sprechen. Mindestens zweimal durchsprechen und die Zeit stoppen. Karteikarten mit Stichworten, keine ganzen Sätze.
- Fazit schärfen. Eine klare Empfehlung am Ende bringt mehr als ein vollständiger, aber kraftloser Schluss.
FAQ
Heißt es bei Büromanagement Projektarbeit?
Nein. Die betriebliche Projektarbeit mit Antrag, Dokumentation und Präsentation gibt es bei IT-Berufen wie Fachinformatiker. Bei Kaufleuten für Büromanagement heißt der Prüfungsbereich Fachaufgabe in der Wahlqualifikation, mit einem Fachgespräch von etwa 20 Minuten.
Wie lange dauert das Fachgespräch in der AP?
Höchstens 20 Minuten. In der Report-Variante schreibst du vorab zwei Reports von je maximal drei Seiten, einer wird Grundlage des Gesprächs. Bewertet wird nur das Gespräch, nicht die Reports (BüroMKfAusbV, seit 01.08.2025).
Welches Thema eignet sich für eine Schulpräsentation?
Büroformen sind ideal: fachlich passend, gut in einer Tabelle vergleichbar und mit klarer Empfehlung am Ende. Andere dankbare Themen sind Ablageorganisation, Datenschutz im Büro oder Zeitmanagement.
Wie viele Folien soll meine Präsentation haben?
Es gibt keine feste Regel, aber weniger ist mehr. Rechne grob mit einer Folie pro ein bis zwei Minuten Redezeit. Bei einer 15-Minuten-Präsentation sind 8 bis 12 Folien meist genug, eine davon die zentrale Tabelle.
Darf ich beim Vortrag ablesen?
Nein, freier Vortrag wird erwartet. Karteikarten mit Stichworten sind erlaubt und sinnvoll. Ganze Sätze ablesen oder die Folien vorlesen kostet Punkte, weil es unsicher wirkt.
Quellen
- BüroMKfAusbV 2025 (Verordnung Kaufmann für Büromanagement, in Kraft seit 01.08.2025), § 13 Fachaufgabe in der Wahlqualifikation
- KMK-Rahmenlehrplan Kaufleute für Büromanagement (Lernfelder, Stand 20.03.2025)
- IHK: Leitfaden Projektarbeit und Präsentation (Kriterien, Stand April 2026)
- IBA Forum (Industrieverband Büro und Arbeitswelt): Büroformen-Typologie · DGUV Information 215-441: Desk Sharing und non-territoriales Büro
Zuletzt geprüft: 18.06.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine individuelle Prüfungsberatung deiner IHK oder Berufsschule.
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