Tierpfleger: Ausbildung und Gehalt für Ausländer

- Vergütung 2026: mindestens 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Ausbildungsjahr (bei Ausbildungsbeginn 2026), tarifgebundene Betriebe zahlen oft mehr.
- Die Ausbildung dauert drei Jahre, hat keine gesetzliche Altersgrenze; die meisten Betriebe erwarten mindestens einen Hauptschulabschluss, Deutschkenntnisse auf B1/B2-Niveau und praktische Tiererfahrung.
- Ukrainerinnen und Ukrainer mit §24 können die Ausbildung ohne Statuswechsel machen, ein Wechsel zu §16a ist möglich, aber keine Pflicht; nach dem Abschluss ist eine Fachkraft-Aufenthaltserlaubnis nach §18a AufenthG möglich.
- Gehalt nach der Ausbildung: aktuelle Zahlen nach Region und Berufserfahrung im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, nicht als gemittelte Zahl in einem Artikel.
Ausbildungsvergütung Tierpfleger 2026
In der Ausbildung zum Tierpfleger bekommst du zwischen 724 und 977 Euro im Monat, je nach Ausbildungsjahr. Das sind die gesetzlichen Mindestvergütungen nach BBiG für 2026. Die Ausbildung dauert drei Jahre, es gibt keine Altersgrenze, und auch Menschen ohne deutschen Pass können sich bewerben.
Netto bekommst du rund ein Fünftel weniger, weil Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Lohnsteuer fällt bei diesen Beträgen in der Regel nicht an. Den genauen Betrag berechnet die Buchhaltung deines Betriebs. Wie viel netto von deiner Vergütung übrig bleibt, zeigt der Azubi-Gehalts-Rechner. Eine Übersicht der aktuellen Mindestvergütungen in allen Berufen bietet der Artikel Ausbildungsvergütung 2026: Gehälter nach Beruf im Überblick.
Vergütung nach Ausbildungsjahr im Überblick
Wie viel du genau bekommst, hängt davon ab, wann dein Ausbildungsvertrag beginnt. Der Betrieb ist verpflichtet, mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zu zahlen. Tarifverträge können davon abweichen, liegen aber meistens darüber.
| Ausbildungsjahr | Start 2025 | Start 2026 | Start 2027 |
|---|---|---|---|
| 1. Jahr | 682 € | 724 € | 764 € |
| 2. Jahr | 805 € | 854 € | 902 € |
| 3. Jahr | 921 € | 977 € | 1.031 € |
Dauer der Ausbildung und Voraussetzungen
Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung. Es gibt drei Fachrichtungen: Forschung und Klinik, Tierheim und Tierpension sowie Zoo. Die Fachrichtung wählst du beim Vertragsabschluss.
Formal schreibt das Gesetz keine Schulabschlüsse vor, aber die meisten Betriebe erwarten mindestens einen Hauptschulabschluss. Körperliche Fitness und praktische Erfahrung mit Tieren, auch ehrenamtlich, zählen hier wirklich.
Der Ausbildungsvertrag muss vom Betrieb bei der IHK oder HWK eingetragen werden (§36 BBiG). Falls das nicht passiert ist, liegt das Problem beim Arbeitgeber: Azubis werden zur Abschlussprüfung zugelassen, solange die fehlende Eintragung nicht ihnen anzulasten ist (§43 Abs. 1 Nr. 3 BBiG).
Quereinsteiger und Ausländer: Wer kann die Ausbildung machen?
Das Gesetz kennt keine Altersgrenze, Quereinsteiger sind grundsätzlich in jedem Alter möglich. Die Konkurrenz ist groß, und wer bereits im Tierheim oder Zoo gearbeitet hat, hat deutlich bessere Chancen.
Für Ukrainerinnen und Ukrainer mit Schutzstatus nach §24 läuft es so: Im Titel nach §24 steht „Erwerbstätigkeit erlaubt“, die Ausbildung geht also ohne Statuswechsel. Nach dem Abschluss öffnet sich der Weg zur Fachkraft-Aufenthaltserlaubnis nach §18a AufenthG. Beides regelt man über die Ausländerbehörde. Den Vergleich beider Aufenthaltstitel erklärt der Artikel §24 und Ausbildung: lohnt sich der Wechsel zu §16a?.
Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 bis B2 werden für den Alltag im Betrieb und für den schriftlichen Prüfungsteil gebraucht. Viele Betriebe nennen das Mindestniveau direkt in der Stellenanzeige. Welche Berufe mit B1 realistisch sind, beschreibt der Artikel Ausbildung mit B1: welche Berufe dich wirklich nehmen.
| Aufenthaltsstatus | Ausbildung möglich? | Hinweis |
|---|---|---|
| §24 AufenthG (vorübergehender Schutz, z. B. Ukrainer) | Ja, ohne Statuswechsel | Erwerbstätigkeit ist mit §24 erlaubt. Wechsel zu §16a möglich, aber keine Pflicht. Nach dem Abschluss ist §18a AufenthG möglich. |
| §16a AufenthG (Ausbildungsaufenthaltserlaubnis) | Ja | Direkt für die Ausbildung erteilt. Nach erfolgreichem Abschluss Anspruch auf §18a AufenthG. |
Gehalt nach der Ausbildung zum Tierpfleger
Konkrete Zahlen hängen vom Betrieb, dem Bundesland und der Fachrichtung ab. In Zoos und kommunalen Einrichtungen gilt häufig der Tarifvertrag TVöD, private Tierheime und Kliniken legen die Gehälter selbst fest.
Aktuelle Zahlen für den Beruf findest du im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: Dort werden die Werte nach Region und Berufserfahrung regelmäßig aktualisiert, und das ist ehrlicher als jede gemittelte Zahl in einem Artikel.
Bewerbungsunterlagen für die Ausbildung
Für die Bewerbung brauchst du in der Regel folgende Unterlagen:
- Bewerbung: Lebenslauf und Motivationsschreiben auf Deutsch
- Schulzeugnis: Abschlusszeugnis oder aktuelle Notenübersicht
- Nachweis Deutschkenntnisse: Zertifikat B1/B2 oder ein gleichwertiger Nachweis
- Aufenthaltstitel: Aufenthaltserlaubnis (§24 oder bereits §16a)
- Praktikumsnachweis: Bestätigung eines Schnuppertages oder ehrenamtlicher Tätigkeit, falls vorhanden
Für die Fachrichtung Forschung und Klinik können zusätzlich ein ärztliches Attest oder ein Impfnachweis verlangt werden.
Wie du einen überzeugenden Lebenslauf für die Ausbildungsbewerbung erstellst, erklärt der Artikel Lebenslauf für die Ausbildung: Muster und 7 Pflichtbausteine für Migranten.
FAQ
Wie viel verdient man 2026 in der Ausbildung zum Tierpfleger?
Der gesetzliche Mindestbetrag liegt bei 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Ausbildungsjahr (bei Ausbildungsbeginn 2026). Tarifgebundene Betriebe zahlen oft mehr.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Tierpfleger?
Drei Jahre. Danach folgt die Abschlussprüfung. Es gibt drei Fachrichtungen: Forschung und Klinik, Tierheim und Tierpension sowie Zoo. Die Fachrichtung wird beim Vertragsabschluss festgelegt.
Kann man die Ausbildung zum Tierpfleger als Quereinsteiger machen?
Ja, das Gesetz setzt keine Altersgrenze. Die meisten Betriebe erwarten mindestens einen Hauptschulabschluss, Deutschkenntnisse auf B1/B2-Niveau und praktische Erfahrung mit Tieren, auch ehrenamtlich.
Was verdient man nach der Ausbildung als Tierpfleger?
Das kommt auf den Betrieb, das Bundesland und die Fachrichtung an. In Zoos und kommunalen Einrichtungen gilt häufig der Tarifvertrag TVöD, private Tierheime legen die Gehälter selbst fest. Aktuelle Zahlen nach Region und Berufserfahrung gibt es im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.
Können Ukrainerinnen und Ukrainer die Ausbildung zum Tierpfleger absolvieren?
Ja. Mit dem Aufenthaltstitel nach §24 ist die Erwerbstätigkeit erlaubt, die Ausbildung geht also ohne Statuswechsel. Ein Wechsel zu §16a AufenthG ist möglich, aber keine Pflicht. Nach dem Abschluss kannst du eine Fachkraft-Aufenthaltserlaubnis nach §18a AufenthG beantragen.
Welche Fachrichtungen gibt es beim Tierpfleger?
Es gibt drei Fachrichtungen: Forschung und Klinik, Tierheim und Tierpension sowie Zoo. Die Fachrichtung wird beim Abschluss des Ausbildungsvertrags festgelegt. Für die Fachrichtung Forschung und Klinik können zusätzlich ein ärztliches Attest oder ein Impfnachweis verlangt werden.
Quellen
- §36 BBiG (Eintragung des Ausbildungsvertrags) · §43 BBiG (Zulassung zur Abschlussprüfung)
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: Gehälter nach Region und Beruf
- BIBB: Mindestausbildungsvergütung
- BIBB Berufesuche: anerkannte Ausbildungsberufe in Deutschland
Zuletzt geprüft: 26.10.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.