Automobilkaufmann: Ausbildung und Gehalt 2026 für Ausländer

- Automobilkaufmann und Automobilkauffrau ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit dualer Ausbildung über 3 Jahre (AutoKflAusbV 2017). Ausgebildet wird in Industrie und Handel (IHK) und im Handwerk (Handwerkskammer).
- Die tarifliche Vergütung liegt laut BIBB (Stand 01.10.2025) im Schnitt bei 1.101 €, 1.147 € und 1.222 € brutto pro Lehrjahr in Industrie und Handel, im Handwerk liegt der Tarif bei 1.102 €, 1.142 € und 1.220 €. Gesetzliche Mindestvergütung bei Beginn 2026: 724 €, 854 € und 977 €.
- Nach der Ausbildung liegt das Medianentgelt auf Fachkraft-Niveau in Vollzeit bei 4.238 € brutto im Monat, die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.259 € und 5.866 € (Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stand 31.12.2025).
- Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor. Mit §24 AufenthG sind Arbeit und Ausbildung erlaubt, sonst braucht es eine Aufenthaltserlaubnis nach §16a, nach dem Abschluss ist §18a möglich.
Automobilkaufmann und Automobilkauffrau ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit dreijähriger dualer Ausbildung. So regelt es die Ausbildungsverordnung AutoKflAusbV von 2017. Automobilkaufleute arbeiten an der Schnittstelle zwischen Handel und Werkstatt: Sie verkaufen Fahrzeuge, Teile und Zubehör, bereiten Finanzierungs-, Leasing- und Versicherungsangebote vor, nehmen Wartungs- und Reparaturaufträge an und übernehmen Buchhaltung und Kalkulation. So beschreibt es BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit.
Ausbildungsvergütung Automobilkaufmann nach Lehrjahren
Die tarifliche Vergütung liegt in diesem Beruf deutlich über dem gesetzlichen Minimum. Das BIBB berechnet Durchschnittswerte über alle Tarifverträge für den Beruf, Stand 01.10.2025. Ausgebildet wird in Industrie und Handel (IH) und im Handwerk (Hw), deshalb gibt es zwei Spalten.
| Ausbildungsjahr | Tarif im Schnitt, IH | Tarif im Schnitt, Hw | Minimum §17 BBiG, Beginn 2026 |
|---|---|---|---|
| 1. Jahr | 1.101 € | 1.102 € | 724 € |
| 2. Jahr | 1.147 € | 1.142 € | 854 € |
| 3. Jahr | 1.222 € | 1.220 € | 977 € |
Über die gesamte Ausbildung sind das im Schnitt 1.154 € im Monat in Industrie und Handel und 1.152 € im Handwerk. In Ostdeutschland liegen die Tarife niedriger: in Industrie und Handel im Schnitt 1.094 € gegenüber 1.156 € im Westen (BIBB, Ost/West).
Gehalt nach der Ausbildung
Das Medianentgelt in Vollzeit liegt bei 4.238 € brutto im Monat. Das zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit für den Beruf Automobilkaufmann/-frau (KldB 62272), Anforderungsniveau Fachkraft, Stand 31.12.2025. Ein Viertel verdient weniger als 3.259 €, ein Viertel mehr als 5.866 €.
Nach Bundesländern reicht der Median von 3.649 € in Mecklenburg-Vorpommern bis 5.036 € in Hamburg. Für die Arbeit im Beruf wird laut BERUFENET in der Regel ein Führerschein der Klasse B verlangt. Stellen findest du in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit.
Voraussetzungen: was wirklich zählt
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Voraussetzung ist ein Ausbildungsvertrag, und die Betriebe wählen ihre Azubis nach eigenen Kriterien aus. Wer jünger als 18 ist, legt eine ärztliche Bescheinigung über die Erstuntersuchung vor. So steht es in BERUFENET.
In der Praxis haben die meisten Azubis einen mittleren Abschluss oder Abitur. BERUFENET zu den Ausbildungsanfängern 2024:
| Schulabschluss | Industrie und Handel (4.200 Personen) | Handwerk (1.266 Personen) |
|---|---|---|
| Hochschulreife | 46 % | 25 % |
| mittlerer Bildungsabschluss | 47 % | 59 % |
| Hauptschulabschluss | 6 % | 15 % |
| ohne Hauptschulabschluss | 1 % | 1 % |
Wichtige Schulfächer laut BERUFENET: Wirtschaft und Recht, Deutsch (Verhandlungen mit Kunden, Verträge) und Mathematik (Preise und Finanzierungen). Ein bestimmtes Deutschniveau schreibt das Gesetz für die Ausbildung selbst nicht vor, Beratung und Verträge laufen aber auf Deutsch. Samstagsarbeit gehört dazu. Ausbildungsplatz mit B1 finden: Ausbildung mit B1.
Eine Altersgrenze gibt es gesetzlich nicht. Mit Vorerfahrung oder Vorbildung kann die Ausbildung verkürzt werden: Auf gemeinsamen Antrag von Azubi und Betrieb entscheidet die zuständige Kammer (§8 BBiG). So geht es: Ausbildung verkürzen: Antrag bei IHK 2026.
Inhalte und Prüfung
Die Ausbildung ist dual: Betrieb (meist ein Unternehmen der Kfz-Branche, zum Beispiel ein Autohaus) und Berufsschule mit Unterricht an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Block (BERUFENET). Die berufsprofilgebenden Inhalte legt §4 AutoKflAusbV fest:
- Teile und Zubehör organisieren und verkaufen,
- an Werkstattprozessen mitwirken und als Schnittstelle zwischen Handel und Werkstatt agieren,
- Kundendienst organisieren und Servicebereich unterstützen,
- betriebliche Marketingaktivitäten planen und durchführen,
- Fahrzeughandel und -vertrieb unterstützen,
- Finanzdienstleistungsprodukte im Fahrzeughandel vorbereiten,
- personalbezogene Aufgaben bearbeiten,
- kaufmännische Steuerung und Kontrolle unterstützen.
Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen (§7 AutoKflAusbV). Teil 1 in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres: Warenwirtschafts- und Werkstattprozesse. Teil 2 am Ende der Ausbildung: Fahrzeugvertriebsprozesse und Finanzdienstleistungen, Kaufmännische Unterstützungsprozesse, Kundendienstprozesse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Geprüft wird von der zuständigen Kammer, also IHK oder Handwerkskammer. Wie das duale System funktioniert: Ausbildung: Was ist das und wie funktioniert das duale System?.
Aufenthalt für Ausländer: §24, §16a und §18a
Mit einer Aufenthaltserlaubnis nach §24 AufenthG (vorübergehender Schutz) sind Arbeit und Ausbildung ohne gesonderte Erlaubnis möglich. Nach §4a AufenthG dürfen Inhaber eines Aufenthaltstitels erwerbstätig sein, sofern kein Gesetz es verbietet, und der Titel muss das erkennen lassen. Vergleich §24 und §16a: §24 und Ausbildung: lohnt sich der Wechsel zu §16a?.
Ohne diesen Status braucht es eine Aufenthaltserlaubnis nach §16a AufenthG für die betriebliche Ausbildung. Sie soll erteilt werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit zugestimmt hat. Daneben ist eine Beschäftigung bis 20 Stunden pro Woche erlaubt. Wurden die Deutschkenntnisse weder von der Bildungseinrichtung geprüft noch soll ein vorbereitender Deutschkurs besucht werden, ist ein Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse nötig (§16a Abs. 3).
Die Eintragung des Vertrags bei der Kammer beantragt der Betrieb (§36 BBiG). Bei Minderjährigen kommen die gesetzlichen Vertreter in die Vertragsabfassung und erhalten sie ausgehändigt (§11 BBiG). Was im Vertrag stehen muss: Ausbildungsvertrag: Inhalt, Unterschrift und Kündigung.
Nach der Ausbildung sieht §18a AufenthG für Fachkräfte mit Berufsausbildung eine Aufenthaltserlaubnis zur Ausübung jeder qualifizierten Beschäftigung vor. Die allgemeinen Voraussetzungen regelt §18 Abs. 2 AufenthG, unter anderem ein konkretes Arbeitsplatzangebot und in der Regel die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Mehr dazu: Nach der Ausbildung: Aufenthaltserlaubnis §18a und Niederlassungserlaubnis. Der Gesamtüberblick: Ausbildung in Deutschland für Ausländer 2026.
FAQ
Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Automobilkaufmann?
Die tarifliche Vergütung liegt laut BIBB (Stand 01.10.2025) im Schnitt bei 1.101 €, 1.147 € und 1.222 € brutto im Monat in Industrie und Handel und bei 1.102 €, 1.142 € und 1.220 € im Handwerk. Die gesetzliche Mindestvergütung nach §17 BBiG beträgt bei Beginn 2026: 724 €, 854 € und 977 €. Bei Beginn 2027: 764 €, 902 € und 1.031 €.
Was verdient ein Automobilkaufmann nach der Ausbildung?
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Stand 31.12.2025) liegt der Median auf Fachkraft-Niveau bei 4.238 € brutto im Monat in Vollzeit. Ein Viertel verdient weniger als 3.259 €, ein Viertel mehr als 5.866 €.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Automobilkaufmann und kann man verkürzen?
Drei Jahre (§2 AutoKflAusbV). Auf gemeinsamen Antrag von Azubi und Betrieb muss die zuständige Kammer die Ausbildung verkürzen, wenn das Ziel in kürzerer Zeit erreichbar ist (§8 BBiG).
Welchen Schulabschluss braucht man als Automobilkaufmann?
Rechtlich ist keiner vorgeschrieben, die Betriebe wählen selbst aus. Von den Ausbildungsanfängern 2024 in Industrie und Handel hatten 47 % einen mittleren Bildungsabschluss, 46 % die Hochschulreife und 6 % einen Hauptschulabschluss (BERUFENET).
Können Ukrainer eine Ausbildung zum Automobilkaufmann machen?
Ja. Mit §24 AufenthG sind Arbeit und Ausbildung möglich, wenn der Titel die Erwerbstätigkeit erlaubt (§4a AufenthG). Ohne diesen Status braucht es eine Aufenthaltserlaubnis nach §16a AufenthG. Nach dem Abschluss sieht §18a AufenthG eine Aufenthaltserlaubnis für die Arbeit im Beruf vor.
Quellen
- BERUFENET: Automobilkaufmann/Automobilkauffrau
- BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen, Stand 01.10.2025
- BIBB: Gesamtübersicht 2025 nach Berufen, Deutschland (PDF)
- BIBB: Gesamtübersicht 2025 nach Berufen, Ost und West (PDF)
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: Automobilkaufmann/-frau (KldB 62272)
- AutoKflAusbV: Ausbildungsverordnung Automobilkaufleute
- §17 BBiG: Vergütungsanspruch und Mindestvergütung
- §8 BBiG: Verkürzung der Ausbildungsdauer
- §11 BBiG: Vertragsabfassung
- §36 BBiG: Eintragung bei der zuständigen Stelle
- §24 AufenthG: vorübergehender Schutz
- §4a AufenthG: Zugang zur Erwerbstätigkeit
- §16a AufenthG: Berufsausbildung
- §18a AufenthG: Fachkräfte mit Berufsausbildung
Zuletzt geprüft: 16.10.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.