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Berufskraftfahrer/-in: Ausbildung, Führerschein und Gehalt 2026

Berufskraftfahrer am Steuer eines modernen LKW auf der Autobahn
Foto: Unsplash
3 Jahre
Dauer der dualen Ausbildung (Betrieb und Berufsschule)
0 €
Führerscheinkosten für dich: CE oder D zahlt der Arbeitgeber
2.400-3.500 €
Einstiegsgehalt brutto nach dem Abschluss
B1
Deutschniveau, das für die Bewerbung ausreicht
Das Wichtigste in Kürze
  • Drei Jahre duale Ausbildung: Betrieb und Berufsschule. Inhalte: Fahren, Logistikprozesse, Lenk- und Ruhezeiten, Fahrzeugtechnik und Transportdokumente.
  • Den Führerschein der Klasse CE (LKW mit Anhänger) oder D (Bus) finanziert der Arbeitgeber. Er ist Pflichtbestandteil der Ausbildung. Privat kostet er 5.000 bis 8.000 Euro.
  • Ausbildungsvergütung: 700 bis 900 Euro im ersten Jahr. Einstiegsgehalt nach dem Abschluss: 2.400 bis 3.500 Euro brutto, plus Zuschläge für Nacht, Wochenende und Fernstrecken.
  • Ukrainer mit §24 dürfen die Ausbildung beginnen. Danach folgt §16a, nach dem Abschluss §18a mit Perspektive auf dauerhaftes Bleiberecht.

Was ist die Ausbildung zum Berufskraftfahrer/-in

Duale Ausbildung, drei Jahre. Ein Teil der Zeit beim Ausbildungsbetrieb, also Spedition, Busunternehmen oder Logistikfirma, ein anderer Teil in der Berufsschule. Gelernt wird: Fahren, Logistikprozesse, Lenk- und Ruhezeiten, Fahrzeugtechnik und Transportdokumente.

Der offizielle Berufsname lautet Berufskraftfahrer (m.) / Berufskraftfahrerin (w.). Genauso steht es in den Zeugnissen der IHK. Der Abschluss ist bundesweit anerkannt.

Die Nachfrage nach Fahrern übersteigt das Angebot dauerhaft, und die Lücke wird von Jahr zu Jahr größer. Das bedeutet konkret: Du bewirbst dich in einem Markt, der klar auf der Seite der Bewerber liegt. Wie das duale System insgesamt aufgebaut ist, erklärt der Artikel Ausbildung: Was ist das und wie funktioniert das duale System.

Führerschein: Wer zahlt, und wie viel kostet er

Das ist die Frage, die am häufigsten kommt. Die Klassen CE (LKW mit Anhänger) oder D (Bus) kosten im Privatbereich 5.000 bis 8.000 Euro. In der Ausbildung läuft das anders: Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, dir die nötigen Führerscheinklassen zu finanzieren. Sie sind Teil des Programms, die Kosten trägt die Firma.

Weg zum FührerscheinWer zahltKostenWas du am Ende hast
Selbst, außerhalb der Ausbildung Du 5.000-8.000 € Nur das Führerscheindokument
Über die Ausbildung zum Berufskraftfahrer Arbeitgeber 0 € für dich Führerschein + Abschluss + Ausbildungsvergütung

Die Rechnung ist einfach: Die Ausbildung ist günstiger, als den Führerschein privat zu bezahlen und danach ohne Berufserfahrung eine Stelle zu suchen. Gleichzeitig verdienst du während der Ausbildung eine Vergütung und sammelst praktische Erfahrung im Betrieb.

Gehalt: während der Ausbildung und danach

Die Ausbildungsvergütung hängt vom Betrieb und vom Tarifvertrag der Branche ab. Richtwerte für 2025/2026, bitte beim konkreten Arbeitgeber nachfragen:

  • 1. Jahr: 700 bis 900 Euro im Monat
  • 2. Jahr: 800 bis 1.050 Euro im Monat
  • 3. Jahr: 900 bis 1.150 Euro im Monat

Nach der Abschlussprüfung sieht es deutlich besser aus. Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 2.400 und 3.500 Euro brutto. Dazu kommen Zuschläge für Nachtschichten, Wochenendfahrten, Dienstreisen und besondere Routen. Fernfahrer auf internationalen Strecken verdienen entsprechend mehr.

Was von der Ausbildungsvergütung netto übrig bleibt und ob BAB infrage kommt, zeigt der Artikel Ausbildungsgehalt 2026: Wie viel bleibt wirklich übrig.

Voraussetzungen für die Bewerbung

Die formalen Hürden sind überschaubar:

  1. Mindestens ein Hauptschulabschluss. Die meisten Betriebe bevorzugen Realschulabschluss oder höher.
  2. Ärztliches Gutachten über die Fahrtauglichkeit.
  3. Deutsch auf B1-Niveau reicht für die Bewerbung, B2 hilft deutlich in der Berufsschule.
  4. Mindestalter 17 Jahre, für manche Programme ab 16, mit Einschränkungen bei den Routen.
  5. Einwandfreies Führungszeugnis.

Ein ukrainisches Schulzeugnis wird anerkannt, allerdings brauchst du eine beglaubigte Übersetzung durch einen vereidigten Übersetzer. Wie das mit der Zeugnisanerkennung funktioniert, erklärt der Artikel Zeugnisse anerkennen lassen: anabin und ZAB Schritt für Schritt.

Welche Berufe realistische Optionen mit B1-Niveau sind und was in der Berufsschule auf dich zukommt, liest du im Artikel Ausbildung mit B1: welche Berufe dich wirklich nehmen.

Für Ukrainer: Aufenthaltsstatus und Visum

Wer den §24-Status hat, also vorübergehenden Schutz, darf bereits eine Ausbildung beginnen. Eine gesonderte Genehmigung der Ausländerbehörde ist für den Start meistens nicht nötig, eine vorherige Mitteilung ist aber sinnvoll.

Nach dem Abschluss des Ausbildungsvertrags wird der Aufenthaltsstatus in der Regel auf §16a umgestellt: Aufenthaltserlaubnis für die Dauer der Ausbildung, gültig genau so lange, wie die Ausbildung läuft. Nach dem Abschluss folgt §18a, Fachkraft mit Berufsausbildung, eine Aufenthaltserlaubnis zur Beschäftigung im erlernten Beruf mit der Perspektive auf ein dauerhaftes Bleiberecht.

Der genaue Ablauf hängt vom Bundesland und der zuständigen Ausländerbehörde ab. Den Unterschied zwischen §24 und §16a rechnet der Artikel §24 und Ausbildung: lohnt sich der Wechsel zu §16a? durch. Was nach der Ausbildung mit dem Aufenthaltstitel passiert, liest du in Aufenthaltserlaubnis nach der Ausbildung: §18a, §9 und der Weg zur Niederlassungserlaubnis.

Wo du einen Ausbildungsplatz findest

Der Markt liegt klar auf der Seite der Bewerber: Es gibt dauerhaft mehr Betriebe, die Auszubildende für BKF suchen, als Interessenten. Wo du schauen kannst:

  • arbeitsagentur.de: Suche nach Berufskraftfahrer und deiner Postleitzahl.
  • ausbildung.de, azubi.de: Aggregatoren mit Filter nach Region und Beruf.
  • IHK deines Bundeslandes: veröffentlicht freie Ausbildungsplätze direkt.
  • Direkte Bewerbung beim Arbeitgeber: DB Schenker, DPD, regionale Speditionen und Busunternehmen nehmen Auszubildende oft über die eigene Website.

Bewirb dich früh: Viele Betriebe starten die Suche fünf bis sechs Monate vor Ausbildungsbeginn. Willst du im September 2027 anfangen, ist Februar oder März 2027 der richtige Zeitpunkt. Eine Strategie für die Suche ohne Kontakte und für den Fall vieler Absagen zeigt der Artikel Ausbildungsplatz finden ohne Kontakte: Strategie, Zeitplan und was nach 30 Absagen zu tun ist.

FAQ

Wer zahlt den Führerschein bei der Ausbildung zum Berufskraftfahrer?

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, die nötigen Führerscheinklassen CE (LKW mit Anhänger) oder D (Bus) zu finanzieren. Sie sind Teil des Ausbildungsprogramms. Im Privatbereich kosten diese Klassen 5.000 bis 8.000 Euro.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Berufskraftfahrer?

Die Ausbildung dauert drei Jahre und ist dual aufgebaut: Ein Teil der Zeit beim Ausbildungsbetrieb (Spedition, Busunternehmen oder Logistikfirma), ein anderer Teil in der Berufsschule. Gelernt werden Fahren, Logistikprozesse, Lenk- und Ruhezeiten, Fahrzeugtechnik und Transportdokumente.

Wie viel verdient man als Berufskraftfahrer nach der Ausbildung?

Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 2.400 und 3.500 Euro brutto. Dazu kommen Zuschläge für Nachtschichten, Wochenendfahrten, Dienstreisen und besondere Routen. Fernfahrer auf internationalen Strecken verdienen entsprechend mehr.

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Bewerbung?

Mindestens ein Hauptschulabschluss (die meisten Betriebe bevorzugen Realschulabschluss), ein ärztliches Gutachten über die Fahrtauglichkeit, Deutschkenntnisse auf B1-Niveau für die Bewerbung, Mindestalter 17 Jahre und ein einwandfreies Führungszeugnis. Ein ukrainisches Schulzeugnis wird mit beglaubigter Übersetzung anerkannt.

Können Ukrainer mit §24 die Ausbildung zum Berufskraftfahrer beginnen?

Ja. Wer den §24-Status hat (vorübergehender Schutz), darf eine Ausbildung beginnen. Eine gesonderte Genehmigung ist meistens nicht nötig, eine vorherige Mitteilung an die Ausländerbehörde ist aber sinnvoll. Nach dem Abschluss des Ausbildungsvertrags folgt §16a, nach dem Abschluss §18a mit Perspektive auf dauerhaftes Bleiberecht.

Wo finde ich freie Ausbildungsplätze als Berufskraftfahrer?

Auf arbeitsagentur.de (Suche nach Berufskraftfahrer und Postleitzahl), auf ausbildung.de und azubi.de, über die IHK deines Bundeslandes sowie durch direkte Bewerbung bei Speditionen und Busunternehmen wie DB Schenker oder DPD. Bewirb dich fünf bis sechs Monate vor dem gewünschten Ausbildungsbeginn.

Quellen

Zuletzt geprüft: 16.09.2026. Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert, ersetzt aber keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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